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Österreich 1938–1945 – Dokumente

Wie konnte vor über 70 Jahren die Idee des Nationalsozialismus von so vielen Menschen Unterstützung erhalten und in der Folge ihre zerstörerische Kraft über viele Länder der Erde ausdehnen? Diese Frage beschäftigt seit vielen Jahren unzählige Menschen rund um den Globus, und auch immer mehr Österreicherinnen und Österreicher suchen Antworten darauf. Das Gedenkjahr 2005 in Österreich hat zwar viele der Fragestellungen über die Jahre 1938 bis 1945 erneut ins Bewusstsein gerufen, die Antworten sind aber zumeist offen geblieben.

Der Archiv Verlag bietet in seinem neuen Sammelwerk „Österreich 1938–1945 – Dokumente“ eine umfassende Bestandsaufnahme der Ereignisse dieser Zeit. Zum ersten Mal werden anhand von originalgetreu reproduzierten Dokumenten die Jahre 1938 bis 1945 nachvollziehbar. Die Reihe „Österreich 1938–1945 – Dokumente“ gibt den Lesern und Leserinnen die Möglichkeit, diese Zeit im wortwörtlichen Sinne zu „begreifen“.

Die Mechanismen von propagandistischer Verführung und Denunziation, der Schrecken des Terrors, aber auch der von der nationalsozialistischen Propaganda hervorgerufene und inszenierte Begeisterungstaumel vieler Menschen werden authentisch und eindringlich wiedergegeben.
Politik und Propaganda, Alltag und Krieg, Terror und Verfolgung sowie Widerstand und Exil werden anhand von Quellen dokumentiert. Handschriftliche Protokolle, Briefe, Aktenvermerke, Flugzettel, Plakate, Karten, Skizzen, Gesetzestexte, Zeitungen, Broschüren und Fotos – oft erstmals für die breite Öffentlichkeit originalgetreu faksimiliert – bezeugen die Zeit des Dritten Reichs eindringlich. Fundierte Begleittexte renommierter Wissenschafter helfen dabei, die reproduzierten Dokumente richtig zu deuten.

Renommierte Herausgeber

Als Herausgeber für diese Edition konnten die Mitglieder der Historikerkommission der Republik Österreich Univ.-Doz. Mag. Dr. Brigitte Bailer-Galanda, Wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes, Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, und o. Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, Vorstand des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Universität Linz, gewonnen werden.

Über 50 Autoren

Als Autoren fungieren etwa 50 anerkannte Wissenschafter und Wissenschafterinnen aus den verschiedensten Forschungseinrichtungen:
Dr. Wilfried Beimrohr, Dr. Ernst Bezemek, Dr. Walter Blasi, Univ.-Prof. Dr. Herbert Dachs, Dr. Oskar Dohle MAS, Mag. Dr. Elke Hammer-Luza MAS, o. Univ.-Prof. Dr. Ernst Hanisch, Dr. Rudolf Jerabek, Dr. Elisabeth Klamper, Hon.-Prof. Dr. Wolfgang Neugebauer, Mag. Dr. M. Christian Ortner, Univ.-Prof. Dr. Reinhold Reith, Mag. Willibald Rosner MAS, Dr. Gerald Steinacher, Univ.-Prof. Dr. Karl Stuhlpfarrer u.v.a.m.

Die erste Lieferung

Die erste Ausgabe der Sammlung „Österreich 1938–1945 – Dokumente“ widmet sich dem Kapitel „Der Anschluss 1938“. Dr. Rudolf Jerabek, Historiker des Österreichischen Staatsarchivs, erläutert anhand zahlreicher Quellen (Flugzettel, Aktenvermerke und Zeitungsfaksimiles) die entscheidenden Tage der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich.

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Univ.-Doz. Mag. Dr. Brigitte Bailer-Galanda,
Wissenschaftliche Leiterin des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstandes:

Widerstand und Verfolgung

Kaum eine andere Epoche der Zeitgeschichte wird von verschiedenen Gruppen Betroffener bzw. Überlebender so unterschiedlich erinnert. Je nach Gruppenzugehörigkeit oder persönlicher Einstellung wurden diese sieben Jahre gänzlich anders erlebt: Für einen überzeugten Nationalsozialisten stellte sich der März 1938 gänzlich anders dar als für einen von Verhaftung bedrohten Funktionär der Vaterländischen Front oder der illegalen Arbeiterbewegung. Erlebten die einen den „Anschluss“ als Triumph ihrer Weltanschauung, mussten die anderen ihn als entsetzlichen Einschnitt in ihrem Leben und tiefen Fall in die plötzliche Rechtlosigkeit erleiden. Aus angesehenen Bürgern und Bürgerinnen jüdischen Glaubens wurden innerhalb weniger Stunden von Raub und Demütigung, später auch vom Tod bedrohte Menschen. Deren Verluste, z. B. der Wohnung, wurden aber in der Sozialdemagogie des NS-Regimes zum Gewinn anderer, die den Besitz der Jüdinnen und Juden nun zum persönlichen sozialen Aufstieg nutzen konnten.

Das Dokumentationsarchiv hat stets in seinen Publikationen auch die Verfolgung der Roma und Sinti (der so genannten „Zigeuner“), die Verbrechen der NS-Medizin, aber auch das Vorgehen der NS-Machthaber gegen Einrichtungen der katholischen Kirche oder gegen die „Ernsten Bibelforscher“ („Zeugen Jehovas“) ins Blickfeld genommen. Jene Männer und Frauen, die ihrer gegen den Nationalsozialismus gerichteten Weltanschauung treu blieben und den Mut aufbrachten, sich widerständig zu verhalten oder dem organisierten Widerstand anzuschließen, sahen sich einer breiten Front von Mitläufern und Mitläuferinnen gegenüber. Niemand war gezwungen, seine Nachbarn wegen des Abhörens ausländischer Sender zu denunzieren, trotzdem geschah dies nur allzu oft. Der österreichische Widerstand operierte in einem meist feindlichen, bestenfalls gleichgültigen Umfeld, die meisten Gruppen fielen Gestapo-Spitzeln zum Opfer. In diesem Sinne soll die vorliegende Edition ein differenziertes Bild auf die verschiedenen Facetten der NS-Zeit ermöglichen und auch den Themen Widerstand und Verfolgung ausreichend Raum bieten.

Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky,
Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs:

Politik und Öffentlichkeit

Die Geschichte Österreichs ist ungemein vielschichtig und wie sich in den letzten Jahren zeigte, gibt es noch viele Bereiche, deren Erforschung und detailliertere Aufarbeitung für breiteste Interessentenkreise von großem Gewinn wären. Vor allem der Zeitraum zwischen 1938 und 1945, in dem das Land so vielen Repressalien und menschenunwürdigen Verhältnissen ausgesetzt war, wie in keinem anderen Jahrhundert seiner Existenz, kann gar nicht oft genug eine wissenschaftlich fundierte Darstellung erfahren.
Politik und Öffentlichkeit waren geprägt von großen Umwälzungen: Österreichs Ende im März 1938, der Einmarsch, die „Volksabstimmung“, die Umgestaltung des Landes im Verwaltungsbereich, der Aufbau der NS-Partei- sowie der Jugend- und Studenten-Organisationen, die Entfachung der Propaganda, die Rolle der Massenmedien, das Einwirken der NS-Bildungsideale auf die Schulen sind einige der Bereiche, die noch immer wissenschaftlicher und publizistischer Aufarbeitung bedürfen. Aber auch die zunehmende Militarisierung von Politik und Öffentlichkeit, als Österreicher schon bald „für Führer und Vaterland“ an die Weltkriegs-Fronten berufen wurden und der Alltag vieler Menschen von Bezugsscheinen und Fliegeralarmen bestimmt war, ist noch lange nicht erschöpfend erforscht.

Die Archivalien, die das Österreichische Staatsarchiv in seinen fünf Abteilungen verwahrt, bilden begreiflicherweise Schwerpunkte für die Materialsammlung, doch bemüht sich der Verlag stets auch „unbekanntere“ Stücke zu publizieren und somit bekannt zu machen. Die intensive Zusammenarbeit mit den Universitäten, Landesarchiven und Museen Österreichs ermöglicht eine Qualitätshöhe, die die Sammlung „Österreich 1938 –1945“ für den Lehr- und Lernbetrieb ebenso empfiehlt wie für die Lektüre des einzelnen Interessenten.

o. Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber,
Vorstand des Instituts für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte der Johannes Kepler Universität Linz:

Wirtschaft und Gesellschaft

Nach dem „Anschluss“ kam es zur größten Welle von Eigentumsübertragungen und Vermögensverschiebungen, die Österreich je erlebt hat. Beraubt wurden zahlreiche aus rassischen, religiösen und ideologischen Gründen diskriminierte Gruppen: die Juden, die Kirchen, die Roma und Sinti, die nationalen Minderheiten und die politischen Gegner des Nationalsozialismus, aber auch die Zwangsarbeiter, die aus zahlreichen Ländern ins Reich gebracht wurden. Interessant an Österreich waren für das nationalsozialistische Deutsche Reich vor allem die Bodenschätze, der Holzreichtum, die Erz- und Magnesitvorkommen, die unter der Oberfläche des Marchfelds schlummernden Erdölreserven, die ausbaufähigen Wasserkräfte in den Alpengebieten, die brachliegenden Kapazitäten bei Arbeitskräften und Anlagen, die Devisen- und Goldreserven der Nationalbank und die Position auf dem Weg nach Südosteuropa.

Dass die nationalsozialistische Wirtschaftspolitik auf lange Sicht, ähnlich der sowjetisch-kommunistischen Ausbeutungs- und Zwangspolitik, nicht zu einem tragfähigen wirtschaftlichen Aufschwung geführt, sondern dem Land ungeheure ökonomische Lasten aufgebürdet hätte, darf nicht übersehen werden. Es steht außer Zweifel, dass Österreich, hätte es die nationalsozialistische Gewaltherrschaft und den „Anschluss“ nicht gegeben, im Jahr 1945 ökonomisch viel besser dagestanden wäre, nicht nur politisch und moralisch, sondern auch wirtschaftlich. Österreich wurde in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts nicht reich, weil es den Nationalsozialismus gegeben hat, sondern obwohl es ihn gegeben hat.

Die erste Lieferung

1. Themenmappe: Der Anschluss 1938
Autor: Dr. Rudolf Jerabek

Die entscheidenden Tage der Machtübernahme der Nationalsozialisten in Österreich dokumentiert die erste Lieferung der Edition „Österreich 1938–1945 – Dokumente“. Am 11. 3. 1938 tritt Bundeskanzler Schuschnigg auf Druck Hitlers zurück und Arthur Seyss-Inquart wird von Bundespräsident Wilhelm Miklas nach Mitternacht zum Bundeskanzler ernannt. Nur wenige Stunden später, in den Morgenstunden des 12. 3., marschieren deutsche Truppen in Österreich ein. Am 13. 3. 1938 beschließt die Regierung Seyss-Inquart das Gesetz über die „Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“.

Anhand folgender Quellenreproduktionen dokumentieren wir
die dramatischen politischen Ereignisse dieser drei Tage:

NS-Flugblatt, das am 12./13. 3. 1938 über Wien abgeworfen wurde

Vorschlag der Enthebung des Kabinetts Schuschnigg vom 11. 3. 1938

Ernennung Dr. Arthur Seyss-Inquarts zum Bundeskanzler

Vereidigung von Staatssekretär Kaltenbrunner als Mitglied der österreichischen Landesregierung

Titelseiten der „Reichspost“ vom 12. und 13. 3. 1938

Weiters enthält die erste Themenmappe:

Das Titelblatt zur Sammlung „Österreich 1938–1945 – Dokumente“

Die Einleitung in das Werk durch die Herausgeber

Eine Übersicht über alle Mitarbeiter und Autoren

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2. Themenmappe: Die Volksabstimmung vom 10. April 1938
Autor: Univ.-Prof. Dr. Ernst Hanisch

Die ausufernde Propagandaarbeit des Parteiapparates sowie die Unterstützung von Seiten prominenter Politiker belegen folgende Dokumente über „Die Volksabstimmung am 10. April 1938“:

  • Weisungen der Propagandaleitung St. Pölten Stadt
  • Sammlung von Aussprüchen prominenter Persönlichkeiten
  • Feierliche Erklärung der österreichischen Bischöfe zur Volksabstimmung
  • Interview mit dem ehemaligen Staatskanzler Karl Renner, 3. 4. 1938
  • Stimmzettel zur Volksabstimmung
  • Wahlausweis für die Volksabstimmung

Univ.-Prof. Dr. Ernst Hanisch vom Institut für Geschichte der Universität Salzburg liefert dazu eine fundierte Analyse der Hintergründe zu den Propagandaaktionen und erläutert damit die gezeigten Dokumente näher.

3. Themenmappe: Der Novemberpogrom 1938
Autorin: Dr. Elisabeth Klamper

Die Fotos und Schriftstücke zum Thema „Der Novemberpogrom 1938“ veranschaulichen das erschreckende Maß, in dem die Ausschaltung der Juden per Gesetz und Erlass von der Parteiführung von langer Hand geplant worden war:

  • Fotos von zerstörten jüdischen Einrichtungen
  • Telegramm an Reichskommissar Bürckel betreffend die Arisierungsmaßnahmen
  • Benachrichtigung Bürckels an verschiedene hohe NSDAP-Funktionäre betreffend die „Reichskristallnacht“
  • Bericht der Gestapo-Leitstelle Wien vom 10. 11. 1938 über die Aktionen desselben Tages gegen die jüdische Bevölkerung
  • Anweisung des Reichskommissars für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich, 17. 11. 1938
  • Schreiben des Reichswirtschaftsministers vom 18. 11. 1938 betreffend die „Verordnung zur Ausschaltung der Juden aus dem deutschen Wirtschaftsleben“
  • Aktennotiz betreffend den Israelitischen Bethausverein, 2. 1. 1939

Dr. Elisabeth Klamper vom Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes zeichnet in ihrem Text nach, wie die als spontane Vergeltungsmaßnahmen inszenierten Aktionen vom Parteiapparat vorbereitet worden waren und in welchem Ausmaß die Bevölkerung sich an den Plünderungen und Verwüstungen beteiligt hat.

Die weiteren geplanten Lieferungen beinhalten folgende Themen (Auswahl):

Zwangsarbeit in Salzburg
Dr. Oskar Dohle, Salzburger Landesarchiv

Zwischen Ausbeutung und Industrialisierung – Vom Schilling zur Reichsmark
o. Univ.-Prof. Dr. Roman Sandgruber, Universität Linz

Verfolgung, Vertreibung und Ermordung von Österreichs Juden: Späte Gerechtigkeit – Der Eichmann-Prozess in Israel
Gen.-Dir. Hon.-Prof. Dr. Lorenz Mikoletzky, Österreichisches Staatsarchiv

Vorgeschriebene Kunst – Regimetreu: Bruno Brehm und Mirko Jelusich
Dr. Rudolf Jerabek, Österreichisches Staatsarchiv, Archiv der Republik

Die Umgestaltung des Landes: Der Westen: Tirol und Vorarlberg
Dr. Wilfried Beimrohr, Tiroler Landesarchiv

Die Umgestaltung des Landes: Der Osten: Wien, „Niederdonau“ und das Burgenland
Dr. Ernst Bezemek, Niederösterreichisches Landesarchiv

Die katholische und evangelische Kirche: Kirche und Einmarsch
Dr. Annemarie Fenzl, Archiv der Erzdiözese Wien

Die katholische und evangelische Kirche: Stift Kremsmünster während des Dritten Reiches
Pater Dr. Benedikt Pitschmann, Stiftsarchiv Kremsmünster

Für Führer und Vaterland – Österreicher an den Fronten
Dr. Christian Ortner, Heeresgeschichtliches Museum

Widerstand und Verfolgung - Sozialisten / Sozialdemokraten
Dr. Wolfgang Neugebauer, Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes

Die Reihe „Österreich 1938–1945 – Dokumente“ auf einen Blick:

  • Das Sammelwerk „Österreich 1938–1945 – Dokumente“ erscheint in einer limitierten Auflage von nur 2000 Exemplaren. Die Reihe wird exklusiv vom Archiv Verlag, der auf die Publikation von historischen Sammelwerken spezialisiert ist, herausgegeben und ist auch nur dort zu beziehen.
  • Die erste Lieferung „Der Anschluss 1938“ ist zum Kennenlern-Preis von nur € 9,95 zzgl. Versandkosten erhältlich.
  • Nur bei Gefallen erhalten Sie danach – solange Sie es wünschen – alle vier Wochen eine weitere Lieferung zum Preis von € 16,95 EUR zzgl. Versandkosten.
  • Sie erhalten alle Lieferungen unverbindlich für 10 Tage zur Ansicht und haben volles Rückgaberecht. Den Bezug weiterer Lieferungen können Sie jederzeit unterbrechen oder beenden.
  • Zur Archivierung der Dokumente werden Ihnen repräsentative Sammelordner angeboten.
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