16. Februar 1919
Nationalratswahlen in Deutschösterreich; erstmals mit Frauenwahlrecht.
Sozialdemokratisch-christlichsoziale Regierungskoalition bemüht
sich um Anschluss an Deutschland. Karl Seitz wird Bundespräsident.
10. September 1919
Friedensvertrag von Saint Germain en Laye: Südtirol und das Kanaltal
müssen an Italien, die Untersteiermark und das Mießtal an
Jugoslawien, Gebiete in Niederösterreich an die Tschechoslowakei
abgetreten werden; Staatsname „Republik Österreich";
Anschlussverbot.
4. Juni 1920
Friede von Trianon mit Ungarn - Deutsch-Westungarn (Burgenland) fällt
an Österreich.
1. Oktober 1920
Annahme der bundesstaatlichen Verfassung für die Republik Österreich
durch das Parlament.
10.
Oktober 1920
Die Kärntner Volksabstimmung bringt eine klare Mehrheit für
den Verbleib der gemischtsprachigen Gebieten bei Österreich.
9. Dezember 1920
Michael Hainisch wird von der Bundesversammlung zum ersten Bundespräsidenten
gewählt.
15. Dezember 1920
Österreich wird Mitglied im Völkerbund.
1921
Besitznahme des Burgenlandes. Ödenburg muss wieder an Ungarn
abgetreten werden.
4. Oktober 1922
„Genfer Protokolle": Österreich verzichtet auf Anschlussoption
und erhält eine Völkerbundanleihe.
1. Jänner 1925
Einführung der Schillingwährung.
15. Juli 1927
Im Verlauf sozialdemokratischer Demonstrationen gegen die Freisprüche
im „Schattendorfer Prozess" kommt es zum Justizpalastbrand.
10. Dezember 1928
Wilhelm Miklas wird von der Bundesversammlung zum Bundespräsidenten
gewählt.
November 1929
Im Zuge der Wirtschaftskrise kommt es zur Insolvenz der Bodencreditanstalt;
1931 Zusammenbruch der Creditanstalt.
18. Mai 1930
„Korneuburger Gelöbnis" der Heimwehr mit antidemokratischer
und faschistischer Ausrichtung.
13. September 1931
Erfolgloser Putschversuch des steirischen Heimwehrkommandanten Walter
Pfrimer.
4. März 1933
Ausschaltung des Nationalrates; Autoritärer Regierungskurs unter
Engelbert Dollfuß (seit 1932 Bundeskanzler) auf Grundlage des
„Kriegswirtschaftlichen Ermächtigungsgesetzes" von 1917.
28. Mai 1933
Deutschland verhängt eine Tausend-Mark-Sperre für Reisen nach
Österreich.
19. Juni 1933
Verbot der NSDAP und des steirischen Heimatschutzes.
12.15. Februar 1934
Blutige Niederschlagung des „partiellen Schutzbundaufstandes"
in den Februarkämpfen (Bürgerkrieg); Auflösung der Sozialdemokratischen
Partei.
17. März 1934
Römische Protokolle bekräftigen die Zusammenarbeit zwischen
Italien, Österreich und Ungarn.
1. Mai 1934
Neue Bundesverfassung auf ständestaatlicher Grundlage.
25. Juli 1934
Juli-Putsch der Nationalsozialisten und Ermordung von Bundeskanzler
Dollfuß; Kurt Schuschnigg wird neuer Bundeskanzler.
11. Juli 1936
Juli-Abkommen zwischen Österreich und Deutschland.
12. Februar 1938
Nach einer Unterredung zwischen Hitler und Schuschnigg in Berchtesgaden
muss die Regierung den Nationalsozialisten Zugeständnisse
machen; Seyß-Inquart wird Innenminister.
9. März 1938
Die Ankündigung einer Volksabstimmung durch Schuschnigg muss
auf deutschen Druck hin zurückgenommen werden.
Autor: Meinhard Brunner