Home/Startseite | Der Archiv Verlag | Presse/PR | Links | Themen | AGB | Impressum | Kontakt
Archiv Verlag DeutschlandArchiv Verlag ÖsterreichArchiv Verlag UngarnArchiv Verlag ItalienArchiv Verlag Italien
Warenkorb
 
Loseblattwerke

Bücher


Schmuck und Uhren

Diverse

Archiv

Daten und Fakten der österreichischen Geschichte

 

Zeittafeln Österreich - Kulturgeschichte

ca. 2000 – ca. 1600 v. Chr.
Die Verarbeitung der Kupfer-Zinn-Legierung Bronze erfordert eine höhere Spezialisierung und führt zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft, die in Bauern, Handwerker, Händler und Krieger gegliedert ist. Der zunehmende Handel führt auch zum vermehrten Austausch anderer Sach- und Kulturgüter. Das Bedürfnis Befestigungsanlagen, Handelswege und Lagerstätten zu schützen, fördert die Entstehung einer Führungsschicht. Von der üblichen Bestattung der Toten in seitlich liegender Position mit angewinkelten Extremitäten wird die Bezeichnung „Hockergräberzeit“ abgeleitet. In Franzhausen im Traisental liegt die größte europäische Nekropole der frühen Bronzezeit mit über 2.100 Bestattungen auf zwei Gräberfeldern. Auffallend ist die Menge und Vielfalt der Grabbeigaben, darunter reicher Bronzeschmuck und Waffen. Aus der Nekropole Gemeinlebarn stammt eine bronzene Prunkaxt. Im inneralpinen Bereich ist der weit verbreitete Abbau von Kupfererz für den wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung verantwortlich; der wichtigste Bergbau befindet sich am Mitterberg bei Mühlbach am Hochkönig.

ca. 1600 – ca. 1300 v. Chr.
In der mittleren Bronzezeit werden die Methoden der Bronzebearbeitung kontinuierlich verfeinert. Vielfach kommen Impulse aus dem Süden, aus der minoisch-mykenischen Kultur. Die Toten, zumindest jene der besser gestellten Bevölkerungsgruppen, bestattet man unter Grabhügeln („Hügelgräberkultur“). Die Nekropole von Pitten umfasst rund 220 Gräber. Im inneralpinen Raum dürfte hingegen auf die Grabhügel verzichtet worden sein.

ca. 1300 – ca. 800/750 v. Chr.
In der späten Bronzezeit bildet sich in Mitteleuropa die Urnenfelderkultur heraus. Ihre bevorzugte Bestattungsform – Leichenverbrennung mit Beisetzung in Urnengräbern – setzt einen Wandel geistigreligiöser Vorstellungen voraus. Die bronzezeitlichen Entwicklungen erreichen ihren Höhepunkt, die Besiedlungsdichte steigt markant an. Neben dörflichen Freilandsiedlungen entstehen große Höhensiedlungen mit mächtigen Graben- und Wallbefestigungen (u. a. Stillfried an der March, Rabenstein bei Lavamünd, Freinberg bei Linz, Rainberg in Salzburg). Diese und die – im Gegensatz zur mittleren Bronzezeit – zahlreichen Waffenbeigaben in Gräbern lassen auf unruhige Zeiten schließen. Wichtige Gräberfelder liegen u. a. in Franzhausen und Volders. Am Ende der Urnenfelderzeit steht ein fließender Übergang in die Eisenzeit.

ca. 800/750 – ca. 450 v. Chr.
Nachdem die Kenntnisse der Eisentechnologie aus dem orientalisch-ägäischen Raum nach Mitteleuropa verbreitet wurden, wird der neue Rohstoff zum bevorzugten Material für Waffen und Werkzeuge. Salzabbau und Salzhandel führen im Alpenraum zu einem kulturellen Aufschwung, dessen namensgebendes Zentrum in Hallstatt liegt. Die Hallstattkultur zeichnet sich durch ausgedehnte Handelsbeziehungen aus, die in reichhaltigen Gebrauchs- und Schmuckgegenständen aus unterschiedlichen Materialien ihren Niederschlag finden. Der Reichtum der Zeit wird durch die Grabbeigaben in der Nekropole von Hallstatt dokumentiert. Typisch für diese Kultur ist die rot-schwarze Gefäßbemalung. Die Führungsschicht wohnt in befestigten Höhensiedlungen und setzt sich auch durch die Bestattung in Großgrabhügeln („Fürstengräber“) von der restlichen Bevölkerung ab. Lediglich an den inneralpinen Fundorten fehlen diese Grabhügel. Mit dem „Kultwagen von Strettweg“ (um 600 v. Chr.) bei Judenburg ist ein einzigartiger Fund aus der älteren Eisenzeit erhalten geblieben.

ca. 450 – 15 v. Chr. Am Übergang zur jüngeren Eisenzeit (La-Tène-Kultur) setzt die Keltisierung des Landes ein. Der Dürrnberg bei Hallein löst Hallstatt als wirtschaftlichen und kulturellen Zentralort ab. Der Handel mit Salz sowie dem begehrten norischen Eisen schafft Verbindungen mit Etruskern, Griechen und Römern. Beeinflusst von Vorbildern aus dem Mittelmeerraum dominieren im Kunststil pflanzliche und geometrische Ornamente. Im Tiroler Raum tritt, weitgehend unabhängig von der keltischen La-Tène-Kultur, eine eigenständige rätische Kultur auf: die Fritzens-Sanzeno-Gruppe. Sie ist nicht nur durch gemeinsame Keramik und Ikonographie, sondern auch durch eine Schriftsprache verbunden. Im 2. Jh. v. Chr. entsteht mit dem Königreich Noricum, dessen Zentrum im heutigen Kärnten liegt, das erste staatliche Gefüge im österreichischen Raum. Befestigte Zentralorte werden etwa am Magdalensberg oder am Braunsberg bei Hainburg an der Donau errichtet.

15 v. Chr. – 193 n. Chr.
Seit dem 2. Jh. v. Chr. bestehen zwischen Rom und dem „Regnum Noricum“ geregelte Beziehungen. 15 v. Chr. wird Noricum bis zur Donau von den Römern weitgehend friedlich besetzt, Rätien (mit dem heutigen Tirol und Vorarlberg) im Kampf erobert. Römische Städte (municipia) in den Niederungen lösen die keltischen Höhensiedlungen als Verwaltungs- und Kulturzentren ab. Im Dienste des Militärs und des Handels wird ein hervorragendes Straßennetz angelegt. Die einheimische Bevölkerung übernimmt die römische Verwaltung und Kultur (= Romanisierung), behält aber auch eigene Traditionen auf religiösem Gebiet und in der Tracht bei. Dank einer langen Friedensperiode erlebt die Bevölkerung in den um 50 n. Chr eingerichteten römischen Provinzen Rätien, Noricum und Pannonien eine wirtschaftliche und kulturelle Blüte. Seit dem Beginn der Markomannenkriege 166 n. Chr. ist der Friede aber ständig in Gefahr.

Autor: Meinhard Brunner

Zeitraum