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Daten und Fakten der österreichischen Geschichte

 

Zeittafeln Burgenland - Politische Geschichte

Um 6000 v. Chr.
Zur Zeit der neolithischen „Linearbandkeramik" ist das Gebiet des heutigen Burgenlandes bereits dicht besiedelt. Etliche Fundstücke aus dieser Zeit haben sich bis heute erhalten.

Um 800 v. Chr.
Wie in weiten Teilen Europas, genießt auch im heutigen Burgenland die Sonne göttliche Verehrung. Dies belegt ein bronzenes Kultobjekt, das 1914 in Haschendorf gefunden wurde.

Um 650 v. Chr.
Im Gebiet des heutigen Burgenlandes wird Weinbau betrieben. Ein rot-schwarz bemaltes Tongefäß mit drei halben Weintraubenkernen, das 1985 bei Zagersdorf ausgegraben wurde, beweist dies; auch andernorts werden Trinkgeschirre gefunden.

1. Jahrhundert v. Chr.
Im heutigen Mittelburgenland wird seit der Eisenzeit Eisen verhüttet und verarbeitet; knapp unter der Oberfläche kommt vielerorts Toneisenstein vor. Der Export von Roheisen und Eisenwaren über die Bernsteinstraße nach Italien weckt das Interesse des römischen Reiches an diesem Gebiet.

15 v. Chr.
Besetzung des ostösterreichisch-westungarischen Raumes durch die Römer; Einrichtung der römischen Provinz „Pannonia". Das Straßennetz wird ausgebaut, mehrere Städte werden gegründet, die zum Teil bis heute eine Siedlungskontinuität aufweisen (z. B. Scarabantia-Ödenburg, Savaria-Steinamanger/Szombathely). Veteranen der römischen Armee errichten zahlreiche Villen (Gutshöfe), hauptsächlich im heutigen Nordburgenland.

1. Jahrhundert n. Chr.
Im heutigen Burgenland bildet sich eine keltisch-römisch-germanische Mischbevölkerung aus. Die Wirtschaft ist ganz auf die Versorgung der römischen Städte und Militärlager mit Getreide, Vieh und Wein ausgerichtet, außerdem erzeugen Steinbrüche und Ziegeleien große Mengen an Baumaterial.

2. Jahrhundert
Von der Bevölkerung des heutigen Burgenlandes wird nicht nur der Wein, sondern auch ein einheimisches Weizenbier geschätzt. Ein südlich von Eisenstadt gefundener keltisch-römischer Grabstein enthält den Namen „Curmisag", was übersetzt „Biertrinker" oder „Biersüchtiger" bedeutet.

Um 180
Der Markomanenkrieg, während dem Kaiser Marcus Aurelius in Carnuntum den Tod findet, deutet erstmals an, dass die germanischen Stämme von jenseits der Donau gewaltsam nach dem Wohlstand der römischen Zivilisation greifen wollen.

Um 190
Maximos von Tyrus berichtet, dass die Pannonier den Sonnengott Helios verehren würden; dieser Gott würde „durch eine runde Scheibe auf einem Holzpfahl" symbolisiert.

375
Der Einfall der Hunnen in Mitteleuropa löst die als „Völkerwanderung" bezeichneten Migrationsbewegungen aus.

433
Aufgabe der römischen Provinz „Pannonia". Zuerst wird die römische Zivilbevölkerung, dann das Militär abgezogen. Zurück bleibt ein nur dünn besiedeltes Gebiet, in dem sich in kurzen Zeitabschnitten die Herrschaftsverhältnisse ändern.

526
Die Langobarden lassen sich im heutigen Burgenland nieder, ziehen aber 568 weiter in Richtung Italien.

6. bis 8. Jahrhundert
Die Awaren etablieren im ostösterreichisch-ungarischen Raum das Zentrum ihres Herrschaftsgebietes. Unter der awarischen Herrschaft werden Slawen im Ostalpenraum und in der pannonischen Ebene sesshaft. Die Slawen hinterlassen dauerhafte Spuren in Form zahlreicher Orts- und Geländenamen.

791
Eroberung des Awarenreiches durch den fränkischen König Karl den Großen. Die Awaren, die wohl mehr eine quasi-adelige Führungsschicht als ein eigenes Volk waren, verschwinden daraufhin spurlos aus der Geschichte.

9. Jahrhundert
Aufbau einer politischen und kirchlichen Organisation im burgenländisch-westungarischen Raum durch die Karolinger bzw. die Diözese Passau und das Erzbistum Salzburg, deren Ein-flussgebiet entlang des Spratzbaches, der Rabnitz und der Raab abgegrenzt wird. Zahlreiche Siedler aus Bayern und Franken kommen in das Land. Mit der heutigen Bevölkerung des Bur-genlandes haben diese Siedler aber nichts zu tun.

808
Schenkung des Gebietes „Wolfsbach" an das Kloster St. Emmeram in Regensburg durch die bairischen Adeligen Wirut, Gisalmar und Wentilmar. Das Schenkungsgut befindet sich wahrscheinlich in der Gegend von Mattersburg; älteste urkundliche Erwähnung des burgenländisch-westungarischen Raumes.

895
Einfall der Magyaren. Es kommt zu einer Bevölkerungsreduktion im burgenländisch-west-ungarischen Gebiet und zur Zerschlagung der karolingischen Mark „Oberpannonien" mit ihrer Verwaltungsorganisation.

907
Schlacht bei Preßburg. Ein bairisches Aufgebot, das den weiteren Vormarsch der Magyaren aufhalten soll, wird von diesen vernichtet. Zuvor ist der magyarische Großfürst Kurszán einer List der Baiern, die ihn samt seinem Gefolge bei einem Friedensmahl niedermetzeln, zum Opfer gefallen.

955
Schlacht auf dem Lechfeld (bei Augsburg). Die geschlagenen Magyaren nehmen mit der Zeit eine sesshafte, bäuerliche Lebensweise an. Das eigentliche Siedlungsgebiet der Magyaren wird mit einem mehrere hundert Kilometer breiten Streifen von Niemandsland umgeben, in dem nur vereinzelt Grenzwächtersiedlungen stehen, das aber sonst nur dünn besiedelt ist.

1000
Taufe und Krönung des ungarischen Großfürsten Stephan zum König von Ungarn durch Papst Sylvester II.; Hochzeit Stephans mit Gisela, Schwester des späteren römisch-deutschen Kaisers Heinrich II. Damit wird Ungarn als gleichberechtigter Partner in die europäische Staatengemeinschaft aufgenommen.

1044
Kriegszug des römisch-deutschen Königs Heinrich III. „per Sempronium" (nach Ödenburg/Sopron) im Gegenzug zu einem Vorstoß des ungarischen Usurpators Samuel Aba nach Westen. Nach dem Tod von König Stephan I. sind in Ungarn Thronwirren ausgebrochen.

Um 1050
Die ungarisch-österreichische bzw. ungarisch-steirische Grenze etabliert sich entlang der Flüsse March, Leitha und Lafnitz. Das Festlegen einer Grenzlinie im Zuge mehrerer Kriege ist notwendig geworden, weil durch die allgemeine Bevölkerungsvermehrung die Grenzgebiete immer dichter besiedelt und erschlossen werden.

12. Jahrhundert
Ein Zweig der steirischen Stubenberger nennt sich „von Landsee". Wahrscheinlich ist die Burg Landsee als steirische Grenzfestung „Landesehre" errichtet worden, mit der Zeit aber von Ungarn erobert worden.

1157
Gründung eines Benediktinerklosters auf dem damals leerstehenden Burgberg von Güssing.

Zeitraum