Home/Startseite | Der Archiv Verlag | Presse/PR | Links | Themen | AGB | Impressum | Kontakt
Archiv Verlag DeutschlandArchiv Verlag ÖsterreichArchiv Verlag UngarnArchiv Verlag ItalienArchiv Verlag Italien
Warenkorb
 
Loseblattwerke

Bücher


Schmuck und Uhren

Diverse

Archiv

Daten und Fakten der österreichischen Geschichte

 

Zeittafeln Burgenland - Kulturgeschichte

ca. 8000-1800 v. Chr.

Erste Spuren

Erste Spuren menschlicher Besiedlung in diesem Raum gibt es aus der mittleren Steinzeit. Am Südosthang des Leithagebirges (Neusiedl am See, Jois, Breitenbrunn) sowie bei Großhöflein, Siegendorf und Pöttelsdorf fand man steinerne Jagdwaffen und Werkzeuge.

Jungsteinzeit
In der Jungsteinzeit wurde der Mensch allmählich sesshaft. Es wurden bereits gebrannte Keramikgefäße verwendet (Funde aus der Umgebung von Winden). Ab dem 6. Jahrtausend wurden diese mit Linien verziert („Linearbandkeramik“). Ein Beispiel für die sogenannte Notenbandkeramik ist die berühmte „Venus von Draßburg“; es handelt sich dabei um eine reliefartige Darstellung einer Frauengestalt auf einem Kultgefäß aus Ton. Auch der Serpentinabbau um Bernstein begann schon in der Jungsteinzeit; zahlreiche Werkzeug- und Waffenfunde zeugen davon.

Lengyel-Kultur
Aus der mittleren Jungsteinzeit stammen zahlreiche bunt bemalte Keramiken („Lengyel-Kultur“); aus dieser Zeit fand man häufig auch Reste von tönernen Frauenfiguren mit üppigen Hüft- und Schenkelpartien („Reiterhosenidole“). Fundorte von Gegenständen der Linearbandkeramischen Kultur und der Lengyel-Kultur sind vor allem die Wulka-Ebene und die Landseer Bucht. Bedeutende Siedlungen befanden sich bei Antau, Draßburg und Oberpullendorf.

Jungneolithikum
Im Jungneolithikum ist die Periode der „Badener Kultur“ anzusetzen. Die Menschen siedelten zum Schutz vor Eindringlingen an höher gelegenen Stellen. Fundgegenstände aus den Anfängen dieser Kultur („Boleráz-Stufe“) weisen eine markante Musterung auf.

Ende der Jungsteinzeit
Das Ende der Jungsteinzeit wird durch die Überlagerung verschiedener Kulturströmungen charakterisiert („Laibach-Vucedol-Kultur“, „Glockenbecherkultur“; letztere ist nach der charakteristischen Form der produzierten Gefäße benannt).

1800-800 v. Chr.

Übergang zur Bronzezeit
Ausgrabungen im Raum Oggau/Leithaprodersdorf förderten Hockergräber mit Grabbeigaben (Keramikgegenstände mit Kegelhals und Fransendekor) zutage, die, ebenso wie Funde aus Siegendorf und Trausdorf, aus der Periode des Übergangs zur Bronzezeit stammen.

Wieselburger Kultur
Die frühbronzezeitliche „Wieselburger Kultur“ hinterließ uns charakteristisch geformte Keramikgefäße (Doppelhenkelkrug mit Trichterhals und sanduhrförmigen Henkeln). Hockergräber wurden z. B. bei Gattendorf, Jois, Loretto und Oggau freigelegt. Die Fundorte liegen hauptsächlich um den Neusiedlersee und am Leithagebirge.

Mittlere Bronzezeit
Der mittleren Bronzezeit ist die Litzenkeramik zuzurechnen. Aus dieser Periode stammen Hügelgräber mit wertvollen Grabbeigaben und Prunkwaffen; bei Sieggraben fand man eine Hügelgräberanlage, in der die Brandbestattung praktiziert wurde.

Urnenfelderkultur
Der „Caka-Gruppe“ der Urnenfelderkultur der Spätbronzezeit gehören charakteristische Gefäße aus Oggau, St. Margarethen und Siegendorf sowie eine verzierte Steinplatte mit „Seelenloch“ aus Illmitz an. Von besonderer Bedeutung ist das ausgedehnte Urnenfeld von Loretto-Leithaprodersdorf.

800 - ca. 15. v. Chr.

Ältere Eisenzeit
Aus der älteren Eisenzeit (Hallstattzeit) stammen Gräberfelder mit imposanten Hügelgräbern über steinernen oder hölzernen Kammern mit kultischen Tierkopfgefäßen als Grabbeigaben („Stierkopfurne“ aus Donnerskirchen; von hier stammen auch Teile großer Mondidole; weitere Gräberfunde wurden bei Jois, Krensdorf, Marz, Schandorf und Loretto gemacht). Höher gelegene Siedlungen bestanden z. B. in Eisenstadt und in Purbach. In Purbach befand sich auch eine große Erdbefestigung. In der älteren Eisenzeit liegen übrigens die Anfänge eines für das Gebiet des heutigen Burgenlandes nicht unbedeutenden agrarischen Produktionszweiges – die des Weinbaus.

Jüngere Eisenzeit
Mit Beginn der jüngeren Eisenzeit („La-Tène-Kultur“) und der keltischen Besiedelung wurden die menschlichen Siedlungen gezielt an Flussübergängen und Flussmündungen errichtet (vom Wienerwald über Bad Fischau, Mattersburg und Ödenburg [Sopron] bis nach Raab [Györ]). Das Töpferhandwerk und die Schmiedekunst waren wichtige Erwerbszweige; ungefähr 1.000 Eisenschmelzplätze wurden bisher gefunden, weshalb man von einer regelrechten „Industriezone“ sprechen kann. Die große Menge an produziertem Eisen sowie die Lage des Gebiets an der Bernsteinstraße begünstigten einen florierenden Exporthandel, etwa nach Italien. Verschiedene Münzfunde (z. B. aus Deutsch-Jahrndorf, Parndorf, Rohrbach und Güttenbach) lassen die Existenz einer Münzprägung vermuten, die aufgrund des regen Wirtschaftslebens wohl auch notwendig gewesen
war.

Bestattung
In dieser Zeit war die Körperbestattung üblich; als Grabbeigabe wurde häufig Schweinefleisch verwendet. Größere Friedhöfe aus dieser Zeit wurden bei Loretto, Oggau, Mörbisch, Kleinhöflein, Großhöflein und Mattersburg ausgegraben. Zeugnisse des keltischen Kunsthandwerks wurden etwa in Loretto und in Kleinhöflein gefunden.
Zeitraum