Home/Startseite | Der Archiv Verlag | Presse/PR | Links | Themen | AGB | Impressum | Kontakt
Archiv Verlag DeutschlandArchiv Verlag ÖsterreichArchiv Verlag UngarnArchiv Verlag ItalienArchiv Verlag Italien
Warenkorb
 
Loseblattwerke

Bücher


Schmuck und Uhren

Diverse

Archiv

Daten und Fakten der österreichischen Geschichte

 

Zeittafeln Burgenland - Kulturgeschichte

1945 - 2005

Neubeginn
Wegen der Verheerungen, die der Zweite Weltkrieg hinterlassen hatte, entwickelte sich der Ausbau eines kulturellen Lebens im Burgenland zunächst nur zögerlich. In diesen ersten Jahren war das „Volksbildungswerk“ von großer Bedeutung: Es förderte die Bildung von Chören und Volkstanzgruppen, ja sogar von Orchestern. Ab 1948 wurde eine größere Anzahl sogenannter Volksbüchereien aufgebaut. Auch ein Wanderkino wurde vom Volksbildungswerk betrieben.

Burgenländische Landesbühne
Den Bemühungen des Güssingers Otto Kery war die Entstehung der „Burgenländischen Landesbühne“ zu verdanken. Bereits 1946 wurde im Wildschweinsaal des Schlosses Esterházy in Eisenstadt Karl Schönherrs Stück „Erde“ aufgeführt. In weiterer Folge dienten Schul- und Pfarrgebäude und sogar Gasthäuser der Bühne als Aufführungsorte. 1972 wurde die „Burgenländische Landesbühne“ aufgelöst. Ihre „Nachfolgerin“, das mobile „Theater im Burgenland“ mit seinem Intendanten Gerhard Tötschinger konnte sich mangels Zusehern auch nur bis 1977 halten.

Wissenschaft und Forschung
Landesbibliothek und Landesarchiv konnten nur langsam mit der Arbeit beginnen; man beschäftigte sich aus ökonomischen Gründen mit der Ordnung des vorhandenen Materials bzw. bemühte man sich um Rückführung der 1938 nach Auflösung des Landes ausgelagerten und abgetreten Archivmaterialien. 1970 fand die Raumnot dieser Institutionen durch Bezug eines Zubaus zum Landhaus ein vorläufiges Ende. Das Burgenländische Landesmuseum gibt seit 1958 die Schriftenreihe „Wissenschaftliche Arbeiten aus dem Burgenland“ heraus.

Oberschützen: Expositur der Hochschule für Musik und darstellende Kunst Graz
1965 wurde in Oberschützen eine Expositur der Akademie (seit 1970 Hochschule) für Musik und und darstellende Kunst in Graz eingerichtet; nach zunächst nur provisorischer Unterbringung erfolgte 1984 die Übersiedlung in das neu errichtete Kultur- und Hochschulzentrum. Im Dezember 2002 fand anlässlich des 100. Geburtstages des wichtigsten zeitgenössischen burgenländischen Komponisten Jenö Takács (geboren 1902 in Siegendorf) im großen Musiksaal des Kulturzentrums ein Festkonzert unter Mitwirkung des Universitätsorchesters, des Chors des evangelischen Musikgymnasiums und der Kantorei Oberschützen statt; auf dem Programm stand unter anderem die hymnische Komposition „Das Lied von der Schöpfung“, ein Hauptwerk des Jubilars.

Internationales Kulturhistorisches Symosion Mogersdorf
Seit 1969 findet das „Kulturhistorische Symposion“ in Mogersdorf statt, seit 1973 unter dem Namen „Internationales Kulturhistorisches Symposion Mogersdorf“. Die Vorträge und Diskussionen sollen der Herausbildung eines neuen, differenzierten Geschichtsbildes von diesem Grenzgebiet und somit der Völkerverständigung dienen.

Biologische Station Illmitz
1971 wurde in Illmitz die Biologische Station gegründet; sie beschäftigt sich unter anderem mit Umweltforschung und war federführend an der heute realisierten Einrichtung des Nationalparks Neusiedlersee-Seewinkel beteiligt.

Österreichisches Institut für Friedensforschung und Friedenserziehung
Auf der Burg Schlaining wurde 1983 das „Österreichische Institut für Friedensforschung und etabliert, das nach und nach (1986: „Interuniversitäres Studienzentrum für Friedenserziehung“ Friedensforschung“) bis zur Europäischen Friedensuniversität erweitert wurde. 2000 entstand das Europäische Museum für Frieden, das bereits 2001 einen Preis des österreichischen Bildungsministeriums erhalten hat.

Burgenland – Land der Festivals
In den fünfziger Jahren bemühte man sich darum, Kulturförderung im Sinne des Fremdenverkehrs zu betreiben. Hier sind an erster Stelle die Seefestspiele von Mörbisch zu nennen. Bewusst wollte man hier die Operette „heimisch“ machen, da man sich davon eben Impulse für den Fremdenverkehr versprach – mit Erfolg: Der Festivalgründer, Kammersänger Herbert Alsen, konnte sich 1957 über mehr als 7.000 Besucher, die der Aufführung des „Zigeunerbarons“ beiwohnten, freuen. Aufgrund der guten Kritiken kamen ein Jahr darauf 27.000 Zuschauer („Eine Nacht in Venedig“, „Der Zigeunerbaron“) und 1959 schon mehr als 40.000 („Gräfin Mariza“, „Der Zigeunerbaron“). Diese Zahlen machten eine Vergrößerung der Zuschauertribüne unerlässlich (1958 von 1.200 auf 1.500 Plätze, 1959 auf 3.000 Plätze). Die Besucherzahlen pendelten sich zwischen 20.000 und 30.000 ein. Seit 1984 wurde die Anzahl der Aufführungen pro Saison sukzessive erhöht, was einen Anstieg der Besucherzahlen zur Folge hatte: 16 Vorstellungen von Emmerich Kálmáns „Die Zirkusprinzessin“ lockten mehr als 40.000 Zuseher an. Weitere Tribünenvergrößerungen (1987 auf 3.450 Plätze, 1994 auf 4.100, 2000 auf 6.000 Plätze) und eine nochmalige Erhöhung der Anzahl der Vorstellungen ließen die Besucherzahlen förmlich „explodieren“: 1993 („Die lustige Witwe“, 22 Vorstellungen) 67.000 Zuschauer, 1994 („Wiener Blut“, 22 Vorstellungen) 80.000, 1999 („Eine Nacht in Venedig“, 35 Vorstellungen) 158.725 und 2002 („Die Csardasfürstin“, 36 Vorstellungen) gar 220.000. Die Intendanz der Festspiele hat seit 1993 Kammersänger Prof. Harald Serafin inne. 2003 wird ein neuer Bühnenboden speziell für die Seefestspiele Mörbisch entwickelt und gebaut. 2003 kamen bei 33 Vorstellungen („Giuditta") 200.000 Zuschauer, 2004 bei 36 Vorstellungen („Gräfin Mariza") 220.000 Zuschauer.

Burgspiele Forchtenstein
Die Burg Forchtenstein diente schon der „Burgenländischen Landesbühne“ als Spielstätte. 1959 wurden die Spiele von Mörbisch und Forchtenstein zusammengelegt („Burgenländische Festspiele“). Unter Herbert Alsen als Intendant kam es zu einer ersten Aufführung von Johann Wolfgang von Goethes „Götz von Berlichingen“. Ein Jahr später folgte Franz Grillparzers „Ahnfrau“. Der Erfolg letzterer Aufführung führte dazu, dass auf Forchtenstein fortan Grillparzer-Stücke gespielt wurden, obwohl der Autor eigentlich kaum etwas mit dem Burgenland zu tun gehabt hatte; der Bezug der Aufführungen zum Burgenland war ursprünglich gefordert worden, letztlich wurde diese Forderung aber ignoriert. 1985 wurde Forchtenstein als Festspielstätte eingestellt.

Passionsspiele St. Margarethen
Die St. Margarethener Passionsspiele finden seit 1961 im Römersteinbruch statt, und zwar nunmehr alle fünf Jahre. Sie wurden international bekannt, was sich u. a. in steigenden Besucherzahlen niederschlug (1966: 40.000 Zuseher, 1981: 45.000, 1996: 62.000; im Jahre 2001 konnten sich die 660 (!) Mitwirkenden über 72.000 Besucher freuen).

Schlossspiele Kobersdorf
1972 wurden die Schlossspiele Kobersdorf ins Leben gerufen. 1988 wurde Rudolf Buczolich zum künstlerischen Leiter bestellt, seither werden hauptsächlich Komödien gespielt (u. a. von Nestroy, Goldoni, Shakespeare, Kleist, Raimund und Molière). 1981 erfolgte die Übersiedlung auf das neue Gelände. Mit 1. Oktober 2003 wurde die künstlerische Leitung der Schlossspiele Kobersdorf auf Wolfgang Böck übertragen, Auftakt 2004 mit dem Nestroy-Stück „Lumpazivagabundus".

Jazzfestival Wiesen
1976 wurde erstmals das Jazzfestival in Wiesen veranstaltet;

Lockenhauser Kammermusikfest
Das vom Violinvirtuosen Gidon Kremer und dem Pfarrer von Lockenhaus, Josef Herowitsch, initiierte Lockenhauser Kammermusikfest fand im Jahre 1981 erstmalig statt. Nach 10 Jahren beschloss Gidon Kremer als künstlerischer Leiter, zukünftig „thematische“ Festivals zu veranstalten („Kremerata Musica“), z.B. „Schubert und Schostakowitsch“, „Schuhmann und Schnittke“ oder „Schönberg und seine Zeit“. Die Auftritte bekannter Stars der Musikwelt (wie Stephane Grapelli oder Nigel Kennedy) zeugen von der internationalen Bedeutung dieser Veranstaltung. Einen Schwerpunkt bildet auch die Förderung junger Talente.

Haydnfestspiele
Seit 1987 erlebt Eisenstadt die „Haydn-Festspiele“ (Haydn-Konzerte, Eisenstädter Pfingstkonzerte, Sommerakademie, Internationale Haydntage); Haydn-Interpreten aus aller Welt strömen in die Stadt, um das Werk des Meisters zu pflegen.

Burgspiele Güssing
1994 gelang es dem Burgverein Güssing, die Burgspiele Güssing, die bereits von 1950 bis 1956 durchgeführt wurden, mit jährlichen Veranstaltungen wieder zum Leben zu erwecken. 1999 und 2000 spielte man das Stück „Landflucht“ des burgenländischen Heimatdichters Josef Reichl (Regie: Frank Hoffmann), im Jahre 2003 wurde im Rahmen des „Güssinger Kultursommers“, wieder unter der Regie von Frank Hoffmann, der „Jedermann“ gezeigt. 2004: „Die Kreuzelschreiber" (Regie: Frank Hoffmann)

Opernfestspiele St. Margarethen
1996 fand im Römersteinbruch von St. Margarethen erstmals eine Opernaufführung statt; 11.000 Besucher sahen Verdis „Nabucco“; zu den Nabucco-Aufführungen im Jahre 2000 kamen bereits knapp 100.000 Zuseher. 2003 standen Puccinis „Turandot“ und Humperdincks Kinderoper „Hänsel und Gretel“ auf dem Programm. An der „Festivalisierung“ und quasi amtlichen Verwaltung der burgenländischen Kultur wurde natürlich auch Kritik geübt; man meinte, lokale Initiativen kämen zu kurz. Es entstand aber auch eine „autarke“ Kulturszene. Erwähnt seien hier die Cselley-Mühle und der Verein KUGA. 2004: „Aida".

Cselley-Mühle
Im Kultur- und Aktionszentrum in der Cselley-Mühle bei Oslip werden seit 1976 zahlreiche Veranstaltungen (Konzerte, Lesungen, Kabarett, Tanztheater, Ausstellungen, Kindertheater, Volksmusik, Workshops und Seminare) organisiert; sie gaben und geben der Region starke kulturelle Impulse.

KUGA
Der 1982 in Großwarasdorf gegründete Verein „KUGA“ („Kulturna Zadruga“ = „Kulturvereinigung“) sieht sich als interkulturelles Aktions-, Bildungs- und Kulturzentrum des Mittelburgenlandes und setzt sich für die Erhaltung der Mehrsprachigkeit, v. a. der burgenländischen Kroaten, ein. Neben Bildungsprogrammen werden u. a. auch musikalische und kabarettistische Veranstaltungen angeboten.

Internationales
1959 begründete der Bildhauer Karl Prantl (aus Pöttsching gebürtig) das „Internationale Bildhauersymposion“ im Steinbruch von St. Margarethen, das seither jedes Jahr stattfindet und St. Margarethen meist von einer Ausstellung begleitet wird. Es fand internationale Anerkennung und hatte Vorbildwirkung für ähnliche Veranstaltungen z. B. in Israel, Deutschland und Japan.

Künstlerkolonien
In der 2. Hälfte der sechziger und in den siebziger Jahren setzte das Land verstärkt auf Kulturförderungen; in der Folge entstanden von zugezogenen Künstlern bewohnte „Künstlerkolonien“. So siedelten sich etwa der Bildhauer Wander Bertoni und der Maler Gottfried Kumpf nebst anderen im Nordburgenland (Winden, Breitenbrunn) an; den Dramatiker und Hörspielautor Jan Rys (1931–1986) zog es ins mittlere Burgenland, und zwar nach Unterrabnitz, wo er 1971 das Internationale Hörspielzentrum gründete. Ebenfalls in Unterrabnitz begründete der steirische Maler Harro Pirch 1971 die „Rabnitztaler Malerwochen“. Im Südburgenland entstand eine große Künstlerkolonie in Neumarkt an der Raab und St. Martin an der Raab; prominente Einwohner sind der Bildhauer Walter Pichler und die Malerin Martha Jungwirth.
Andere zugewanderte Künstlerpersönlichkeiten wurden denkmalschützerisch tätig: Der Maler und Vertreter der Wiener Schule des Phantastischen Realismus Anton Lehmden kaufte 1966 das Renaissanceschloss Deutschkreutz und restauriert es seitdem; der Schriftsteller Paul Anton Keller und seine Frau Margret erwarben 1968 die vom Verfall bedrohte Burg Lockenhaus und investierten große Summen in deren Renovierung und Erhaltung. Der burgenländische Bildhauer Rudolf Kedl (1928–1991, geboren in Stadtschlaining) bemühte sich um das Kastell von Markt Neuhodis.

Kulturzentrum
1972 entstand der „Verein zur Planung, Errichtung und Erhaltung von Kultur- und Bildungszentren“. Ziel war es, den Menschen im kleinstädtischen und dörflichen Bereich die Möglichkeit zu geben, in größerem Ausmaß am kulturellen Leben teilzuhaben. Schon 1973 wurde mit dem Bau der Kulturzentren in Eisenstadt und Mattersburg begonnen; letzteres wurde 1976 eröffnet; weitere Kulturzentren wurden in Jennersdorf, Güssing und Oberschützen errichtet.

Literaturhaus Mattersburg
1994 wurde das Literaturhaus Mattersburg eröffnet; es beschäftigt sich u. a. mit der Literatur und Kultur von Minderheiten, mit dem Thema „Grenzen und ihre Überwindung“ und v. a. natürlich auch mit burgenländischer Literatur bzw. mit Literatur über das Burgenland.

Landesausstellungen
Burgenländische Landesausstellungen wurden bis in die neunziger Jahre hauptsächlich in Schloss Halbturn durchgeführt. Dann verfiel man auf den Gedanken, mit Hilfe von Großausstellungen in verschiedenen Regionen die kulturelle und natürlich auch die ökonomische Entwicklung (Tourismus) zu fördern. 1990 wurde auf der Burg Güssing nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten die sehr erfolgreiche Ausstellung „Die Ritter“ gezeigt; es folgten unter anderem: 1992 (Güssing):„… nach Amerika“, 1993 (Forchtenstein): „Bollwerk Forchtenstein“, 1995 (Eisenstadt): „Die Fürsten Esterházy. Magnaten, Diplomaten und Mäzene“, 1996 (Halbturn): „Reitervölker aus dem Osten – Hunnen und Awaren“, 2000 (Burg Schlaining): „Krieg oder Frieden“. 1991 fand auf der Burg Güssing auch eine internationale Ausstellung zum Thema „Folterinstrumente im Mittelalter“ statt. Nach der Schlaininger Ausstellung im Jahre 2000 wurde seitens des Landes beschlossen, statt der Großausstellungen hinkünftig kleinere, dislozierte Projekte zu fördern.

Burgenland – Land der Festivals
Die Seefestspiele Mörbisch feierten 2007 ihr 50 jähriges Jubiläum mit einer Aufführung der Operette „Wiener Blut“ von Johann Strauß.

Schlossspiele Kobersdorf
2005 wurde Molnárs „Liliom“ aufgeführt. 2006 folgte Brechts „Dreigroschenoper“.

Burgspiele Güssing
2005: „Andreas Baumkircher“(Regie: Erhard Jungnikl); 2006: „Der Verschwender“ (Regie: Erhard Jungnikl);

Opernfestspiele St. Margarethen
2005: „Carmen“ von Bizet. 2006: Mozarts „Requiem“ und als Kinderoper die „Zauberflöte“. 2007:  Die Festspiele feierten ihr 10 jähriges Bestehen mit der Aufführung von Verdis Oper „Nabucco“.

Zeitraum