Adolph Giesl-Gieslingen
(* 7. 9. 1903 Trient, † 11. 2. 1992 Wien)
Ausbildung
Adolph Giesl-Gieslingen war der Sohn eines österreichischen Offiziers. 1925 erlangte er
das Ingenieursdiplom der technischen Hochschule in Wien. Schon während des Studiums
beschäftigte er sich mit Problemen des Dampflokomotivenbaus.
Laufbahn
Giesl arbeitete sodann bei der „Wiener Lokomotivfabriks AG“ als Konstrukteur, wobei
er unter anderem mit der Entwicklung eines Flachschornsteins für Dampflokomotiven
befaßt war. Nach mehrjährigem Aufenthalt in den USA kehrte Giesl nach Österreich zurück,
wo er bei seiner früheren Firma Assistent des Generaldirektors wurde und weiter an
der Entwicklung des Flachschornsteins („Flachejector“) arbeiten konnte. 1946 verließ er
die Firma, um als Dozent an der Wiener Technischen Hochschule zu wirken.
Der „Giesl-Ejector“
Bis 1950 leitete er die Industrieabteilung des österreichischen Marshallplan-Büros. Er arbeitete
auch weiter am Projekt des Flachschornsteins. 1949 wurde sein „Giesl-Ejector“ in
den USA probeweise eingesetzt. Im Oktober 1951 befuhr erstmals in Österreich eine mit
einem Giesl-Ejector ausgerüstete Dampflokomotive die Südbahnstrecke. Trotz verbesserter
Leistung der Lokomotive und Brennstoffersparnis dauerte es noch Jahre, bis die ÖBB
sich zur Umrüstung vieler ihrer Dampflokomotiven entschlossen und mit Flachejectoren
ausstatteten. Auch international gelang der Durchbruch, zahlreiche Bahnen rüsteten ebenfalls
ihre Lokomotiven um. Als durch technische Fortschritte der Bedarf an dieser Art
von Schornsteinen geringer wurde und schließlich nicht mehr vorhanden war, entfaltete
Giesl eine umfangreiche Publikationstätigkeit zu Themen der Dampflokomotiventechnik.
Tod
Adolph Giesl-Gieslingen starb 1992 hoch betagt in Wien; mit ihm segnete einer der letzten
Ingenieure der Dampfeisenbahn-Ära das Zeitliche.