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Zeittafeln Kärnten - Kulturgeschichte

1469
Bestätigung des auf Initiative Kaiser Friedrichs III. zur Bekämpfung der Türken begründeten St.-Georgs-Ritterordens durch Papst Paul II.; die Benediktinerabtei Millstatt wurde aufgehoben und dem neugegründeten Ritterorden unter seinem ersten Hochmeister Johann Siebenhirter übergeben. In den darauffolgenden Kämpfen gegen die Türken spielte der Orden allerdings kaum eine Rolle. In der sogenannten Siebenhirterkapelle von Millstatt befindet sich der um 1500 aus rotem Adneter Marmor vom Augsburger Bildhauer Hans Bäurlein (Peuerlein) geschaffene Grabstein des ersten Hochmeisters. Die ebenfalls um 1500 für diese Kapelle in Auftrag gegebene bemalte Tafel mit der Darstellung der Einsetzung Johann Siebenhirters in Rom durch Papst Paul II. in Anwesenheit Kaiser Friedrich III. befindet sich heute im Kärntner Landesmuseum.

1473–1483
Kärnten wurde in diesen Jahren von fünf Türkeneinfällen heimgesucht (1473, 1476, 1478, 1480 und 1483). Die Märkte Hermagor, St. Paul im Lavanttal, Arnoldstein und viele andere wurden gebrandschatzt oder verwüstet, zahlreiche Kärntner wurden in die Sklaverei verschleppt. Unter anderem wegen der unzureichenden Abwehrmaßnahmen brach 1478 unter der Führung Peter Wunderlichs ein Bauernaufstand aus, der sich rasch ausbreitete. Zur Türkenabwehr wurden im 15. Jahrhundert und danach zahlreiche Kirchen zu Wehrkirchen umgebaut, so etwa jene von Hochfeistritz, Untergreutschach, Diex, Grafenbach, St. Wolfgang ob Grades und Maria Saal. Auch der Dom zu Gurk erhielt Wehrmauern.

1477
Hochzeit der Paola Gonzaga mit Graf Leonhard von Görz; anlässlich dieses Ereignisses wurden für die Braut in Mantua Hochzeitstruhen angefertigt, die mit Stuckreliefs verziert waren. Nach dem Tod der Eigentümerin gelangten die Truhen in den Besitz des Millstätter Georgsordens, nach dessen Auflösung die Reliefs herausgebrochen wurden. Diese befinden sich heute im Kärntner Landesmuseum.

1484
Entstehung der Grabplatte des Balthasar von Weißpriach in der St.-Jakobs-Kirche von Villach; sie zeigt den auf zwei Löwen stehenden Ritter mit voller Rüstung, Fahne und Helmzier.

um 1490
Entstehung des spätgotischen Flügelaltars (mit Wappen des Georgsritterordens) der Pfarrkirche von Lieseregg.

1490
Entstehung der Malereien des Gewölbes des Mittelschiffs der Kirche von Maria Saal („Stammbaum Christi“) sowie des rotmarmornen Tumbengrabmals des 1481 verstorbenen Christoph Ungnad zu Sonnegg in der ehemaligen Stiftskirche von Eberndorf.

1491
Entstehung des spätgotischen Betstuhls der Pfarrkirche von Egg, dessen bemalter Aufsatz eine Darstellung des Stifters Gandolf von Khuenburg mit seiner Familie zeigt.

1497
Stiftung der gotischen Lichtsäule vor dem Südportal der Kirche von Maria Saal durch den Vikar Erasmus Khapawn.

um 1500
Entstehung des Totentanzfreskos an der Außenwand des Karners von Metnitz; 1968–1970 wurde es abgenommen und ins „Museum des Totentanzfreskos“ übertragen. / Schaffung des Veronika-Altars der Pfarrkirche von Heiligenblut durch den „Meister des Lazarinischen Veronikaaltars“.

1. Hälfte 16. Jahrhundert
Errichtung der Pfarrkirche von Kötschach, der Filialkirche hl. Andreas in Laas sowie der Pfarrkirche von Maria Luggau durch Bartlmä Firtaler (Vierthaler) aus Innichen. / Entstehung des spätgotischen Flügelaltars der Pfarrkirche von Möllbrücke (1512–1515) sowie des „Arndorfer Altars“ der Kirche von Maria Saal, eines spätgotischen Flügelaltars aus der sogenannten Jüngeren Villacher Schnitzwerkstätte (1520– 1522).

1506
Fertigstellung des Langhauses der Pfarrkirche von Eberndorf.

um 1510
Stiftung des rotmarmornen „Keutschacher Epitaphs“ der Kirche von Maria Saal durch den Salzburger Erzbischof Leonhard von Keutschach.

um 1514/1515
Entstehung des spätgotischen Flügelaltars der Kirche von Maria Gail mit Bildern von der Hand des „Meisters des Lazarinischen Veronikaaltars“.

um 1515
Entstehung der Holzreliefs mit Darstellungen von Szenen aus dem Leben der hl. Hemma im Gurker Dom.

1517
Entstehung der Reliefgrabplatte des Georg Leininger (in der Leininger-Kapelle der Villacher St.-Jakobskirche); gezeigt wird der Ritter mit Wappenschild und Fahne, auf einem Löwen stehend.

Zeitraum