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Zeittafeln Kärnten - Kulturgeschichte

13. Jahrhundert
Der bedeutendste mittelhochdeutsche Lyriker Walther von der Vogelweide (ca. 1170–1230) hielt sich (vermutlich 1215/1216) am Hofe Herzog Bernhards von Spanheim (1202–1256), der u. a. darum bemüht war, seine Residenz in ritterlichem Glanz erstrahlen zu lassen, in St. Veit auf.
Ulrich von Liechtenstein (ca. 1200 bis ca. 1275) berichtete in seinem autobiographischen Werk „Frauendienst“ (1255) u. a. vom großen Turnier anlässlich des Fürstentages in Friesach (1224) und von seiner „Venusfahrt“ (1227), die ihn auch nach Kärnten führte (wobei es allerdings zweifelhaft ist, ob er diese Fahrt in der von ihm geschilderten Weise auch tatsächlich durchgeführt hat); hierbei traf er auch den Minnesänger Zachäus von Himmelberg, der Ulrich zum Zweikampf aufforderte, wie dieser ebenfalls im „Frauendienst“ schilderte; von Zachäus von Himmelberg selbst sind leider keine Lieder überliefert. Schließlich ist noch Ulrich von dem Türlin (vermutlich aus St. Veit) zu erwähnen, der zwischen 1261 und 1269 mit seinem Epos „Willehalm“ eine Vorgeschichte zum gleichnamigen, zwischen 1211 und 1218 entstandenen Kreuzzugsepos des Wolfram von Eschenbach schuf. In Althofen wurde gegen Ende des Jahrhunderts ein frühgotischer sechseckiger Karner errichtet.

um 1200
Errichtung eines weitläufigen Mauerrings um Friesach; dieser erwies sich in der Folgezeit als kaum zu verteidigen, und daher wurde im 13. Jahrhundert eine neue Anlage gebaut. 1215 wurde Friesach erstmals urkundlich als Stadt erwähnt und gilt daher als älteste Stadt Kärntens.

seit 1205
Herzogliche Münzstätte in St. Veit.

1217
Errichtung einer Draubrücke bei Völkermarkt. / Niederlassung des erst 1216 gestifteten Dominikanerordens in Friesach.

1224
Urkundliche Erwähnung von St. Veit an der Glan als Stadt.

1225
Ausstattung Villachs mit einem Jahrmarktsprivileg.

um 1225
Gründung des Augustiner-Chorherrenstiftes St. Andrä im Lavanttal.

1228
Sitz des Bistums Lavant in St. Andrä im Lavanttal. / Erstmalige urkundliche Erwähnung der Stadtmauer von St. Veit an der Glan.

1231
Gründung eines Kollegiatsstiftes bei Völkermarkt durch Erzbischof Eberhard II. von Salzburg.

1236
Gründung von Stift Griffen durch Bischof Ekbert von Bamberg (Bau des Stiftes 1272 fertiggestellt).

1240
Urkundliche Erwähnung von Villach als Stadt; die Stadtmauer entstand schon 1233.

1246
Urkundliche Erwähnung von Ferlach.

um 1250
Die Lage „Altklagenfurts“ im Überschwemmungsgebiet der Glan zwang zur Verlegung der Siedlung in die Gegend des heutigen Alten Platzes unter Herzog Bernhard von Spanheim.

1279
Erwähnung Klagenfurts als „civitas“ (nach anderen Angaben bereits 1252).

1287
Eine Urkunde aus diesem Jahr trägt das älteste Klagenfurter Stadtsiegel (zinnenbewehrter Turm mit Lindwurm). / Seligsprechung der Hemma von Gurk.

1289
Urkundliche Erwähnung von St. Andrä im Lavanttal als Stadt.

1292
Urkundliche Erwähnung von Gmünd als Stadt.

1299
Hoftag und Turnier in St. Veit an der Glan.

Zeitraum