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Zeittafeln Kärnten - Kulturgeschichte

14. Jahrhundert
Um 1340 schuf der „Meister der Friesacher Madonna“ für die Dominikanerkirche in Friesach eine bemerkenswerte Sandsteinskulptur. In der erste Hälfte des 14. Jahrhunderts wurde die gotische Pfarrkirche von Bad St. Leonhard im Lavanttal erbaut; sie besitzt u. a. zahlreiche gotische Glasmalereien des 14. Jahrhunderts sowie die geschnitzte Statue der „Thronenden Madonna“ aus der Zeit um 1330/1340. Um 1340/1350 wurden die Glasmalereien der Verglasung des Chores der Pfarrkirche von Lieding geschaffen. Ende des Jahrhunderts entstanden die gotische Hallenkrypta der Stiftskirche von Eberndorf sowie die mehr als 50 erhaltenen Scheiben der Gesamtverglasung des Chores der Stiftskirche von Viktring, die von der „Wiener Herzogswerkstatt“ angefertigt wurden. Der Gurker Dom wurde durch weitere Wandmalereien, etwa an der Südwand des Querhauses, geschmückt. Unter dem Einfluss der friulanischen Trecento-Malerei schuf ein „Meister hainricus“ um 1390 die Bemalung des Ostteils des Chores der Pfarrkirche von Zweinitz. Ebenfalls friulanisch beeinflusst sind die um 1400 entstandenen Fresken der Pfarrkirche St. Leonhard bei Villach. In der im 1. Viertel des 14. Jahrhunderts entstandenen, mehrere zehntausend Verse umfassenden Reimchronik des steirischen Dichters und Geschichtsschreibers Ottokar aus der Gaal (eig.: Otacher ouz der Geul, um 1265–1320) findet sich unter anderem mit einer Schilderung der Einsetzung Herzog Meinhards (II.) im Jahre 1286 die älteste Beschreibung der Bräuche um die Kärntner Herzogseinsetzung. Johann(es) von Viktring (ca. 1270–1345) wurde 1312 Abt des Zisterzienserklosters Viktring. Unter seiner umsichtigen Leitung erlebte zwar das Kloster eine Blütezeit, berühmt wurde er aber durch sein Wirken als Geschichtsschreiber; sein Hauptwerk „Liber certarum historiarum“ gehört zu den bedeutendsten Werken der spätmittelalterlichen Geschichtsschreibung. Unter anderem findet sich darin ebenfalls eine Beschreibung der Einsetzung Herzog Meinhards (1286). Eine auch von Johann(es) von Viktring verfasste Geschichte Kärntens („Chronicon Carinthiae“) ist verschollen. In Ratece im heutigen Slowenien entstand in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts die sogenannte „Klagenfurter Handschrift“; es handelt sich dabei um das älteste slowenische Sprachdenkmal nach den „Freisinger Denkmälern“. Die Texte der darin enthaltenen Grundgebete stammen aber aus wesentlich älterer Zeit.

1308
Vernichtung eines Großteils von Völkermarkt durch eine Brandkatastrophe.

1329
Urkundliche Erwähung der romanischen Chorturmkirche von Lendorf.

1331
Bestätigung des Stadtrechts von Wolfsberg.

1333
Erste urkundliche Erwähnung der Burg Liebenfels; die beiden romanischen Bergfriede stammen allerdings schon aus dem 12. oder aus dem 13. Jahrhundert.

1338
Bestätigung des Stadtrechts von St. Veit an der Glan und von Klagenfurt.

1342
Erneuerung des Stadtrechts von Völkermarkt.

1348
Zerstörung eines Großteils Villachs durch eine Erdbebenkatastrophe; anschließend wurde Kärnten noch von der Pest heimgesucht.

1362
„Michaelimarktprivileg“ für St. Veit an der Glan (Wiesenmarkt).

15. Jahrhundert
Um 1420/1430 wurden die spätgotischen Schnitzfiguren des hl. Florian und des hl. Georg für die Pfarrkirche St. Georgen am Weinberg angefertigt. Zu verschiedenen Zeitpunkten des 15. Jahrhunderts entstanden die Wandmalereien der Apsis der Pfarrkirche von Hart ob Glanegg sowie die Gewölbeausmalung des Querhauses und des Mittelschiffs der Wallfahrtskirche Maria Saal; die Außenwand der Pfarrkirche von Zwickenberg wurde durch Wandmalereien verziert. Friedrich von Villach, ein führender Vertreter des „Weichen Stils“ der Freskenmalerei, verewigte sich in verschiedenen Kirchen (z. B. 1428 Stiftskirche von Millstatt; um 1452 Pfarrkirche Deutsch Griffen). Sein Sohn Johannes von Villach setzte die Maltradition seines Vaters fort. Der bedeutendste Fresken- und Tafelmaler des 15. Jahrhunderts in Kärnten war Thomas von Villach (eigentl: Thomas Artula, * um 1440, † um 1520/1530), möglicherweise ein Schüler Friedrichs von Villach. Von ihm stammen u. a. drei Streifen mit Fresken (Georgslegende, Kindheit Christi, Schutzmantelbild, Passionsszenen) in der Kirche von Gerlamoos (um 1475), Passionsszenen (1454–1460) des Flügelaltars der Pfarrkirche von Treffling (Gem. Seeboden), Wandmalereien in der Pfarrkirche von Tiffen (ca. 1470/1480) sowie das „Stifterfresko“ über dem Grab der Stifter des Klosters in St. Paul im Lavanttal (1493), das auch ein Selbstporträt des Thomas enthält.

Zu seinen Hauptwerken zählen die Wand- und Gewölbemalereien der Pfarrkirche von Thörl-Maglern-Greuth (u. a. Darstellung des „Lebenden Kreuzes“, Passionszyklus), die um 1475/1480 entstanden sind. Berühmtestes Beispiel seiner Tafelmalerei ist die „Beweinung Christi“ (ca. 1490; urspr. in Abtei, heute Landesmuseum Klagenfurt). Jakob Unrest (ca. 1430 bis ca. 1500), seit ca. 1466 Pfarrer in St. Martin am Techelsberg und Geschichtsschreiber, verfasste eine „Österreichische Chronik“, eine „Ungarische Chronik“ sowie eine „Kärntner Chronik“, die in der Folgezeit prägend für das Geschichtsbild der Kärntner wurde. In den Jahren von 1485 bis 1487 beauftragte der Patriarch von Aquileia den Bischof von Caorle damit, die Gebiete südlich der Drau zu durchreisen und die durch die Türkeneinfälle entweihten Kirchen und Altäre neu zu weihen. Einer seiner Reisebegleiter war Paolo Santonino, der Sekretär der Patriarchatskanzlei. Seine privaten Tagebücher entwerfen ein interessantes Bild der Zeit; unter anderem berichtete Santonino von der Villacher Jakobskirche und von dem dort praktizierten religiösen Leben, das ihn ziemlich beeindruckt haben musste.

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