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Daten und Fakten der österreichischen Geschichte

 

Zeittafeln Steiermark - Politische Geschichte

100.000–10.000 v. Chr.
Funde in der Repolusthöhle und der Badlhöhle bei Peggau, der Drachenhöhle bei Mixnitz und dem Lieglloch bei Tauplitz bezeugen menschliches Leben und Wirken im Gebiet der heutigen Steiermark zur Altsteinzeit.

10.000–ca. 1700 v. Chr.
Jungsteinzeitliche Siedlungen lassen sich am Pölshals, am Buchkogel bei Graz und in der Südoststeiermark nachweisen.

1700–ca. 700 v. Chr.
In der Bronze- und Urnenfelderzeit entwickelt sich ein mittelsteirischer Kulturbereich, der mit Funden u. a. in Wörschach, Königsberg bei Tieschen, Graz, Ringkogel bei Hartberg und Riegersburg dokumentiert ist.

700–400 v. Chr.
In der Hallstattzeit verlagert sich das kulturelle Zentrum in das Sulmtal. Das Fürstengrab in Kleinklein sowie der Strettweger Kultwagen sind bedeutende Zeugnisse aus dieser Periode.

400–15 v. Chr.
Die Einwanderung von Kelten ist maßgeblich für die Kultur der La-Tène-Zeit. Die Steiermark wird Teil des Königreiches Noricum. Es ist anzunehmen, dass für die norische Eisenproduktion bereits Rohprodukte am Erzberg gewonnen wurden.

15. v. Chr.–70 n. Chr.
15 v. Chr. wird das Königreich Noricum Teil des Römischen Reiches. Die Umwandlung in eine römische Provinz mit der Hauptstadt Virunum auf dem Zollfeld erfolgt unter Kaiser Claudius. Um 70 n. Chr. erhält Flavia Solva bei Leibnitz das Stadtrecht verliehen. Der Einflussbereich von Flavia Solva reicht bis in die Obersteiermark. Die nördliche Oststeiermark gehört der Provinz Pannonien an. Im Süden grenzen die Stadtbezirke Celeia/Cilli und Poetovio/Pettau an das Einflussgebiet von Flavia Solva.

70–166
Im 1. Jh. n. Chr. erfolgt eine allmähliche Romanisierung der norischen Bevölkerung, vor allem in den höheren Bevölkerungsschichten. Vorrömisches Namengut findet sich auf Grabsteinen. Das Straßennetz von Virumum über die Rottenmanner Tauern bis zur Donau und entlang der Bernsteinstraße nach Carnuntum wird ausgebaut und für intensivere Handelsbeziehungen mit Italien genutzt.

166–180
Während der Markomannenkriege wird das Land verwüstet und Flavia Solva zerstört, das nach dem Wiederaufbau nicht mehr an die wirtschaftliche Blüte vor den Markomannenkriegen anschließen kann.

2.–4. Jh.
Zur Zeit Kaiser Diokletians gehört der größte Teil der Steiermark zu Binnennoricum. Zeugnisse des frühen Christentums liefern die unter der Christenverfolgung Diokletians als Märtyrer verstorbenen Bischöfe Maximilian von Celeia und Viktorin von Poetovio sowie der Fund eines frühchristlichen Siegelringes in Flavia Solva.

Ende 4.–6. Jh.
Ende des 4. Jh. wird Flavia Solva im Laufe der Germanendurchzüge ein zweites Mal vollkommen zerstört und nicht mehr wieder aufgebaut. Viele Provinzialrömer verlassen in dieser Zeit der Völkerwanderung das Land. Kulturelle und wirtschaftliche Zentren verfallen.

6.–8. Jh.
Im Zuge der Awareneinfälle wandern slawische Bauern in das teilweise verödete Land ein. Eine große Anzahl von Gewässer-, Orts- und Flurnamen zeugt von der slawischen Besiedlung. Die heutige Obersteiermark und der angrenzende südliche Teil mit den natürlichen Grenzen der Mur und des „Mons Predel" gehören dem neu entstandenen slawischen Herzogtum Karantanien an, dessen Verwaltungszentrum sich im Zollfeld in Kärnten befindet. Seit dem 8. Jh. Beginn der bayrischen Besiedlung.

8. Jh.–Mitte 9. Jh.
Um die Mitte des 8. Jahrhunderts unterstützen die Bayern die Karantanerslawen im Abwehrkampf gegen die Awaren und gelangen dadurch unter bayrische Oberhoheit. 788 wird Karantanien mit Bayern Teil des fränkischen Reichs. Ab Anfang des 9. Jhs werden bayrische Grafen an die Spitze der karantanischen Verwaltung gesetzt und das Land im breiteren Umfang von Bayern kolonisiert und bereits im 8. Jh von Salzburg aus missioniert. Chorbischof Modestus weiht einige karantanische Kirchen, darunter die „ecclesia ad Undrimas" im Aichfeld. Der südliche Teil der nunmehr bayrischen Grafschaft steht im Einflussbereich des Patriarchats von Aquileia. Ein Pfarrnetz auf eigenkirchlicher Grundlage entsteht.

860
Erste urkundliche Nennung steirischer Orte, darunter Graslupp, Bruck, Pöls, Katsch, St. Michael bei Leoben, St. Lorenzen im Mürztal und St. Ruprecht an der Raab.

Ende 8. Jh.–955
Das Siedlungs- und Missionswerk der Bayern wird von den Ungarneinfällen ab dem Ende des 9. Jhs in der West- und Oststeiermark gestört, jedoch nicht beendet.

955–Ende 10. Jh.
Der Vorstoß der Ungarn kann 955 durch den Sieg Kaiser Ottos I. in der Schlacht auf dem Lechfeld gestoppt werden. Zur Sicherung der Ostgrenzen des Reiches werden Marken angelegt: Auf dem Gebiet des späteren Herzogtumes die Mark an der Mur mit der Hengistburg bei Wildon als Verwaltungszentrum und die Marken an der Drau und an der Sann. Die Eppensteiner werden Markgrafen der Mark an der Mur.

1000–1035
Die Eppensteiner, die seit 1012 Herzöge von Kärnten sind, verwalten auch die obersteirischen Grafschaften. Ihr Eigenbesitz in der Steiermark wird durch Königsschenkungen um das Jahr 1000 vermehrt. Als Adalbero von Eppenstein 1035 in Ungnade fällt, verliert er sowohl die Kärntner Herzogswürde als auch die Stellung als Markgraf an der Mur, nicht jedoch seine Eigengüter. Das Kloster Göß wird 1020 von der bayrischen Pfalzgrafenfamilie der Aribonen gegründet.

Zeitraum