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Daten und Fakten der österreichischen Geschichte

 

Zeittafeln Tirol - Politische Geschichte

Um 30.000 v. Chr.
In der Tischoferhöhle im Kaisertal bei Kufstein finden sich die ältesten steinzeitlichen Siedlungsspuren (Speerspitzen aus Knochen) im Tiroler Raum.

Ab ca. 8000 v. Chr.
In der Mittelsteinzeit (bis ca. 4500 v. Chr.) lassen sich im Tiroler Raum (insbesondere im Etschtal und im Eisacktal) zahlreiche Siedlungs- und Raststellen von Jägern und Sammlern nachweisen.

Ab ca. 4500 v. Chr.
Die Jungsteinzeit leitet eine neue Ära ein: Sesshafte Bauern lösen umherschweifende Jäger und Sammler ab. Aus dieser Zeit gibt es auch in Nordtirol Funde (Inntal).

Um 3500 v. Chr.
Am Hauslabjoch in den Ötztaler Alpen wird auf Südtiroler Seite im September 1991 ein mumifizierter Leichnam entdeckt. Der als „Mann im Eis" bzw. volkstümlich als „Ötzi" bezeichnete Fund stellt eine urgeschichtliche Sensation dar und wird heute im Archäologischen Museum in Bozen gezeigt.

Ab ca. 1300 v. Chr.
In der Spätbronzezeit (bis ca. 800 v. Chr.) ist eine rege Siedlungs- und Bergbautätigkeit feststellbar. Im Inntal dominiert die Urnenfelderkultur (die bedeutendste Nekropole mit mehr als 400 Gräbern befindet sich bei Volders), während in Südtirol und im Trentino die Laugen/Melaunkultur mit ihrer typischen Keramik vorherrscht.

Ab ca. 800 v. Chr.
In der Eisenzeit (bis Christi Geburt) wird der Alpenraum vor allem durch die autochthone Fritzens/Sanzenokultur geprägt. Beide Orte (Fritzens im Inntal und Sanzeno am Nonsberg) zeichnen sich durch eine typische Keramik aus. Die Träger dieser Kultur werden im allgemeinen unter dem Begriff „Räter" zusammengefasst.

15 v. Chr.
Drusus und Tiberius, die beiden Stiefsöhne des Augustus, erobern den zentralen Alpenraum und dringen bis an die Donau vor. Das Gebiet wird zunächst der Militärverwaltung unterstellt, der Großteil der waffenfähigen Bevölkerung wird aus Angst vor Rebellionen zum Militärdienst eingezogen und außer Landes gebracht.

Um 40 n. Chr.
Unter Kaiser Caligula (37-41 n. Chr.) erfolgt der Übergang zur Zivilverwaltung. Der Tiroler Raum bildet mehrheitlich einen Teil der Provinz „Raetia" mit der Hauptstadt Augsburg, zu Noricum gehören das Pustertal, Osttirol und der Nordosten des Landes, während der Bozener Raum und das Trentino bereits zum italischen Mutterland (Regio X - Venetia et Histria) zählen.

46 n. Chr.
Die Via Claudia Augusta, die vom Po über Verona, Trient, den Reschen- und den Fernpass an die Donau führt, wird fertiggestellt.

Um 50 n. Chr.
Aguntum bei Lienz erhält das römische Bürgerrecht. Es bildet damit neben Trient (Tridentum) die einzige römische Stadt auf Alttiroler Gebiet.

3./4. Jh.
Die Romanisierung und Christianisierung der Alpenbevölkerung schreitet weiter voran. Germaneneinfälle, insbesondere von Alemannen, können vorerst noch abgewehrt werden.

5. Jh.
Einzelne größere Alpentäler werden vermehrt zum Ziel germanischer Plünderungszüge.

406 oder 408
Gotische Heerscharen (es ist ungeklärt, ob es sich dabei um die Ostgoten unter Radagais oder um die Westgoten unter Alarich gehandelt hat) plündern und brandschatzen Aguntum.

452
Die Zerstörung durch die Hunnen bedeutet das Ende für die Stadt Aguntum.

489-493
Der Ostgotenkönig Theoderich erobert Italien, der Tiroler Raum wird Teil seines Herrschaftsgebietes.

539
Der Vinschgau und das Gebiet von Trient werden von den Franken in Besitz genommen, während Nordtirol und das Eisacktal mehr oder weniger sich selbst überlassen bleiben.

um 550
Bajuwarische Siedler beginnen in das Unterinntal vorzustoßen und dringen in den folgenden Jahrzehnten über den Brenner gegen Süden vor.

568
Nachdem sich die Römer im Zuge der justinianischen Reichserneuerung kurzzeitig noch einmal im südlichen Alpenraum festsetzen können, erobern die Langobarden Norditalien und errichten in Trient eines ihrer zahlreichen Herzogtümer.

Um 590
Der hl. Ingenuin ist der erste sicher bezeugte Bischof von Säben.

591
Kämpfe zwischen dem bayerischen Herzog Tassilo und den nach Osttirol vorgedrungenen Slawen.

595
Schwere Niederlage Herzog Tassilos gegen slawische Truppen.

610
Sein Sohn Garibald erleidet bei Aguntum gleichfalls eine Niederlage gegen die Slawen. Dennoch ist das Vordringen der Bayern nach Osttirol und Karantanien in den folgenden Jahrhunderten nicht aufzuhalten. Das Inntal, das obere Eisacktal sowie das Pustertal gehören damals zum bayerischen Einflussgebiet, während die südlich daran anschließenden Gebiete von den Langobarden beherrscht werden; im Vinschgau haben die Franken und dann der Bischof von Chur das Sagen, Osttirol steht unter slawischem Einfluss.

Zeitraum