1925
Die apostolische Administratur Innsbruck-Feldkirch wird eingerichtet.
1927
Ein von den Sozialisten wegen des „Schattendorfprozesses"
ausgerufener Streik wird von der Landesregierung mit Hilfe der Heimatwehr
niedergeschlagen. Die Spannungen zwischen den beiden großen politischen
Lagern der ersten Republik verschärfen sich zunehmend.
1932
Bei der „Höttinger Saalschlacht" zwischen Sozialisten
und Nationalsozialisten gibt es einen Toten und zahlreiche Verletzte.
1933
Die Machtergreifung Adolf Hitlers in Deutschland verleiht der nationalsozialistischen
Bewegung in Tirol starken Auftrieb (große Wahlerfolge in Innsbruck
und Landeck). Nationalsozialistisches Attentat auf den Heimatwehrführer
Richard Steidle, weitere Terroranschläge führen zum Verbot
der NSDAP durch Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Die 1.000-Mark-Sperre
fügt dem Tiroler Fremdenverkehr großen Schaden zu. „Selbstausschaltung"
des Parlaments in Österreich.
1934
Im Zuge des sozialistischen Februaraufstandes kommt es in Tirol lediglich
in Wörgl zu Schießereien mit Verwundeten. Errichtung des
autoritären Ständestaates unter Bundeskanzler Engelbert Dollfuß.
Der nationalsozialistische Putsch vom 25. Juli fordert in Tirol zwei
Todesopfer, darunter den Polizeihauptmann Franz Hickl. Der Tiroler Kurt
Schuschnigg wird Nachfolger des ermordeten Bundeskanzlers Dollfuß.
1935
Um die Italianisierung Südtirols voranzutreiben, beginnt man in
Bozen mit der Errichtung der Industriezone; gleichzeitig wird von staatlicher
Seite die Zuwanderung von Italienern aus dem Süden massiv gefördert.
1938
Bundeskanzler Kurt Schuschnigg kündigt in Innsbruck eine Volksabstimmung
über die Zukunft Österreichs an, die durch den Einmarsch der
Deutschen Wehrmacht am 12. März hinfällig wird. Der bereits
vollzogene Anschluss Österreichs wird durch eine nachträgliche
Volksabstimmung „legitimiert". In Tirol stimmen „nur"
98,9 Prozent der Bevölkerung mit Ja, der österreichische Durchschnitt
liegt bei 99,3 Prozent. Im Zuge der Neugliederung der Verwaltung kommt
Osttirol an Kärnten und Vorarlberg zu Tirol. Franz Hofer wird Gauleiter
von Tirol. Die Verfolgung politischer Gegner und der Kirche setzt ein.
Bei der Reichskristallnacht werden in Innsbruck vier Juden getötet.
1939
Abkommen zwischen Italien und dem Deutschen Reich zur Umsiedlung der
Südtiroler. Bis zur kriegsbedingten Einstellung dieser Aktion im
Jahre 1943 müssen rund 75.000 Südtiroler ihre Heimat verlassen.
Ausbruch des Zweiten Weltkriegs.
1940
Adolf Hitler besucht Innsbruck und trifft sich am Brenner mit Benito
Mussolini.
Seit 1942
Infolge der vor Bombardements relativ sicheren Lage Tirols verlegen
immer mehr Rüstungsbetriebe ihre Produktion in die Alpen; eine
große Anzahl von Zwangsarbeitern kommt damit nach Tirol.
1943
Nach dem Sturz Mussolinis besetzt die Deutsche Wehrmacht Italien. Es
erfolgt die Bildung der „Operationszone Alpenvorland", die
die Provinzen Bozen, Trient und Belluno umfasst und unter dem
Kommando des Tiroler Gauleiters Franz Hofer steht. Ende des Jahres setzen
die alliierten Luftangriffe auf Ziele in Tirol ein. Bei einem dieser
Angriffe kommt Peter Hofer, der Präfekt der Provinz Bozen und Führer
der Südtiroler Nationalsozialisten ums Leben.
1944/45
Die von der nationalsozialistischen Propaganda hochstilisierte Alpenfestung
erweist sich als Illusion, bewirkt jedoch einen beschleunigten Vormarsch
der Alliierten Richtung Tirol.
1945
Anfang Mai marschieren amerikanische Truppen in Tirol ein. Bald darauf
lösen die Franzosen die Amerikaner als Besatzungsmacht ab. Bereits
wenige Tage nach der Befreiung konstituiert sich eine provisorische
Landesregierung unter Karl Gruber. In Südtirol wird die Südtiroler
Volkspartei gegründet, die das Selbstbestimmungsrecht und die Wiedervereinigung
mit Österreich fordert.
1946
Der Pariser Friedensvertrag belässt jedoch Südtirol bei
Italien und gesteht den Südtirolern im „Gruber-Degasperi-Abkommen"
lediglich eine beschränkte Autonomie zu.
1947
Osttirol ist Teil der britischen Besatzungszone, wird jedoch verwaltungstechnisch
wieder mit Nordtirol vereinigt.
1948
Ein Autonomiestatut wird für die gesamte Region „Trentino
- Tiroler Etschland" erlassen, wodurch von italienischer Seite
die den Südtirolern zugesicherte Autonomie unterlaufen wird. Das
von den Faschisten abgetrennte Südtiroler Unterland kommt wieder
an die Provinz Bozen.
1951
Der schneereiche Winter fordert im Bundesland Tirol insgesamt 57 Lawinentote.
1955
Abschluss des österreichischen Staatsvertrages; die französische
Besatzung verlässt Tirol.
1956
Zwischen Österreich und Italien werden Verhandlungen über
eine befriedigende Südtirol-Autonomie aufgenommen. Europarat und
UNO befassen sich in den folgenden Jahren mit dem Problem.
1957
Großkundgebung der Südtiroler auf Schloss Sigmundskron
mit der Forderung nach einer echten Autonomie.
1960-1987
Silvius Magnago, Landeshauptmann von Südtirol.
1961
Zahlreiche Sprengstoffanschläge („Feuernacht") in Südtirol.
Es folgt ein hartes Durchgreifen der italienischen Behörden, mehrere
Südtiroler sterben an den Folgen von Folterungen.
1963-1987
Eduard Wallnöfer, Landeshauptmann des Bundeslandes Tirol.
1964
Errichtung der Diözesen lnnsbruck und Bozen-Brixen. In Innsbruck
finden die olympischen Winterspiele statt.
1969
Nach langwierigen Verhandlungen einigt man sich schließlich auf
das sogenannte „Paket", das in den folgenden Jahren umgesetzt
wird und einen wirksamen Minderheitenschutz für die Südtiroler
darstellt. Die englische Königin Elisabeth II. besucht Tirol.
1970
Erste gemeinsame Sitzung der Landtage von Nord- und Südtirol.
1972
In Südtirol tritt das neue Autonomiestatut in Kraft. Gründung
der „Arbeitsgemeinschaft Alpenländer".
1976
In Innsbruck finden ein zweites Mal olympische Winterspiele statt.
1983
In Innsbruck gelingt die erste erfolgreiche Herztransplantation Österreichs.
1989
Eine neue Tiroler Landesordnung wird erlassen. Tod des legendären
Landeshauptmanns Eduard Wallnöfer.
1995
Beitritt Österreichs zur Europäischen Union.
1997
Durch das Schengenabkommen entfallen die Grenzkontrollen am Brenner
und den anderen Tiroler Grenzübergängen.
1999
Am 23. Februar fordert ein 15m hoher Lawinenabgang in Galtür 38
Tote.
1999
Die ÖVP hält bei den Landtagswahlen ihren ersten Platz. Die
Ergebnisse im Detail: ÖVP: 47,22 %, SPÖ: 21,77 %, FPÖ:
19,62%, Grüne: 3,23 %.
2003
Bei der Landtagswahl erhält die ÖVP die absolute Mandats-Mehrheit,
starke Verluste für FPÖ. Detailergebnisse: ÖVP: 49,9
%, SPÖ: 25,9 %, Grüne: 15,6 %, FPÖ: 8 %, Sonstige: 0,7
%. Wahlbeteiligung: 60,9 %.
Dr. Manfred Scheuer wird neuer Bischof der Diözese Innsbruck.
2004
Straßenblockaden der Transitgegner führen zu erheblichen
Staus.
Innsbrucker Forscher schaffen es erstmals, Atome zu „beamen".
2005
Höchststände von Inn und Lech führen in Tirol Ende August dazu, dass mehrere Orte von der Umwelt abgeschnitten sind und in vielen Gebieten Straßen verschüttet oder zerstört werden. Die Arlbergbahn kann erst im Dezember wieder in Betrieb genommen werden. Bei einem Gondelabsturz im Tiroler Ölztal kommen am 5. September neun Menschen ums Leben. Anfang Dezember wird der Spatenstich für die neue Hungerburgbahn von Innsbruck bis zur Nordkette gesetzt. Ende des Jahres geht die Firma Pittl im Fulpmes in Konkurs. 200 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz.
2006
Am 23. April finden die Gemeinderatswahlen in Innsbruck statt, bei der sich Hilde Zach als Bürgermeisterin mit 11 Mandaten (Liste „Für Innsbruck“) durchsetzen kann.