1957
Die Schauspielerin Christiane Hörbiger debütiert als Recha
in Lessings „Nathan, der Weise“ am Burgtheater / Die neue
Pummerin wird auf den Nordturm des Stephansdoms aufgezogen / Der Sänger
Otto Wiener (Bariton) kommt an die Staatsoper.
1958
Eröffnung der Wiener Stadthalle (Roland Rainer) / Das „Haus
des Meeres“ im ehemaligen Flakturm im Esterházypark wird
gegründet / Hans Carl (H. C.) Artmann erzielt mit dem Gedichtband
„med ana schwoazzn dintn“ einen großen Erfolg / Der
Jazzmusiker Fatty George (eig. Franz Georg Pressler) eröffnet auf
dem Petersplatz das Jazzlokal „Fatty’s Saloon“ / Friedrich
Cerha und Kurt Schwertsik gründen das Ensemble für neue Musik
„die reihe“ / Karl Schwanzer baut den Österreich-Pavillon
für die Weltausstellung in Brüssel.
1959
Werner Krauss hinterlässt dem populären Schauspieler
und Mitglied des Burgtheater-Ensembles Josef Meinrad (eig. Josef Moucka)
den Iffland-Ring / Der amerikanische Jazztrompeter und Sänger Louis
Armstrong gastiert in der Stadthalle / Das Historische Museum der Stadt
Wien wird eröffnet (Oswald Haerdtl) / Der Literaturhistoriker und
Theaterwissenschaftler Eduard Castle stirbt in Wien / Das Kinderbuch
„Die Sternenmühle“ der Lyrikerin und Schriftstellerin
Christine Busta erscheint / Erika Pluhar wird Ensemblemitglied des Burgtheaters
/ Ausstellung von Malern der „Wiener Schule des Phantastischen
Realismus“ im Unteren Belvedere (Helmut Leherb (eig. Leherbauer),
Rudolf Hausner, Wolfgang Hutter, Anton Lehmden) / Der Roman „Das
Himmelreich der Lügner“ des Schriftstellers Reinhard Federmann
erscheint / Ernst Haeussermann wird Direktor des Burgtheaters (bis 1968).
1960
Der beliebte Schauspieler, Sänger und Entertainer Peter
Alexander (eig. Peter Alexander Neumayer) spielt den Leopold im Operettenfilm
„Im weißen Rössl“ (nach Ralph Benatzky).
1961
Der beliebte Schauspieler Albin Skoda, seit 1946 am Burgtheater, stirbt
in Wien / Helmut Qualtinger hält in der Fernsehproduktion „Der
Herr Karl“ (verfasst von Qualtinger und Carl Merz) den Österreichern
den Spiegel vor und erntet massive Proteste / Gründung der Österreichischen
Gesellschaft für Literatur durch den Essayisten und Kulturpublizisten
Wolfgang Kraus.
1962
Wiedereröffnung des von Otto Niedermoser renovierten Theaters an
der Wien / Der Komponist und Textdichter Ernst Arnold (eig. Jeschke)
stirbt in Wien; von ihm stammt u. a. das bekannte Lied „Wenn der
Herrgott net will“ / Der Roman „Sonne und Mond“ des
Malers und Schriftstellers Albert Paris Gütersloh (eig. Albert
Conrad Kiehtreiber) erscheint / Eröffnung des Museums des 20. Jahrhunderts
im Schweizergarten.
1963
Die Schauspielerin Dorothea Neff erhält die Julius-Kainz-Medaille
/ Der Maler und Graphiker Franz von Zülow, Erfinder des Papierschnitt-Schablonendrucks,
stirbt in Wien / Die Schauspielerin Annie Rosar stirbt in Wien / Der
Prosaband „der stein der weisen“ des Schriftstellers Konrad
Bayer erscheint / Tod des Bildhauers Andreas Urteil in Wien.
1964
Der bekannte Wienerlieder-Komponist Ludwig Gruber („Mei Mutterl
war a Weanerin“, „Es wird ein Wein sein“) stirbt 90jährig
in Wien / Hans Moser (eig. Jean Julier), einer der populärsten
österreichischen Schauspieler überhaupt, stirbt in Wien; das
charakteristische Nuscheln war sein Markenzeichen, sowohl auf der Bühne
als auch im Film / Der Publizist, Verleger und ehemalige Widerstandskämpfer
gegen den Nationalsozialismus Fritz Molden gründet den „Verlag
Fritz Molden“ / Eröffnung des Donauturms / Einrichtung der
Diplomatischen Akademie / Der Aktionist Günter Brus nimmt erstmals
Selbstverstümmelungen und -bemalungen vor.
1965
Hermann Thimig wird Ehrenmitglied des Burgtheaters / Rolf Kutschera
wird künstlerischer Leiter des Theaters an der Wien / Mira Lobes
Kinderbuch „Die Omama im Apfelbaum“ erscheint.
1966
Der Schauspieler und Schriftsteller Herwig Seeböck präsentiert
seine „Häfenelegie“ / Der Lyriker, Hörspiel- und
Dramenautor Ernst Jandl schafft mit dem Gedichtband „Laut und
Luise“ den Durchbruch / Der Maler und Graphiker Wolfgang Hutter
wird Professor an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien /
Der Maler Herbert Boeckl stirbt in Wien.
1967
Eröffnung des Bestattungsmuseums / Der vielseitige Maler, Sänger
und Dichter Arik Brauer bringt seine erste Schallplatte mit Liedern
im Wiener Dialekt heraus / Gerd Bacher wird erstmalig Generalintendant
des ORF / Der Burgtheater-Schauspieler Robert Lindner stirbt in Wien.
1968
Der Historiker und Kulturpublizist Friedrich Heer veröffentlicht
sein Werk „Der Glaube des Adolf Hitler“ / An der Universität
endet die Veranstaltung „Kunst und Revolution“ einiger „Wiener
Aktionisten“, bei der u. a. Auspeitschungen und Exkremente eine
Rolle spielen, mit einem gewaltigen Skandal und mit der Verhaftung dreier
Akteure.
1969
Gustav Manker wird Direktor des Volkstheaters (bis 1979) / Milo Dor
(eig. Milutin Doroslovac) stellt den Roman „Die weiße Stadt“
vor.
1970
Oscar Bronner gründet das Nachrichtenmagazin „profil“
sowie das Wirtschaftsmagazin „trend“ / In der Skodagasse
wird das „Haus des Buches“, die Zentrale der Wiener städtischen
Büchereien, eröffnet / Fertigstellung des „Internationalen
Pressezentrums“ (IPZ) / Die Ballettänzerin Grete Wiesenthal
stirbt in Wien / Das Kinderbuch „Die feuerrote Friederike“
von Christine Nöstlinger erscheint / Die Wiener Festwochen präsentieren
ein reines Avantgardeprogramm („Arena 70“) / Klaus Maria
Brandauer wird Mitglied des Burgtheaters.
1971
Der Kabarettist, Regisseur und Schriftsteller Karl Farkas stirbt in
Wien / Eröffnung des Sigmund-Freud-Museums in der Berggasse /
Der Austropop-Sänger Wolfgang Ambros beginnt seine steile Karriere
mit dem Hit „Da Hofer“ / Tod des Dadaisten und Fotografen
Raoul Hausmann in Wien.
1972
Der Maler und Graphiker Adolf Frohner erhält eine Professur (für
Aktzeichnung) an der Hochschule für angewandte Kunst in Wien /
Gründung des Arnold-Schönberg-Chors.
1973
Karl Dönch wird Direktor der Volksoper (bis 1987) / Der Roman „Bei
schwebendem Verfahren“ des Schriftstellers Peter Rosei erscheint.
1973/74
Freilegung eines großen awarischen Gräberfeldes (ca. 700
Gräber) aus dem 8. Jahrhundert im XI. Bezirk.
1973-1979
Bau der UNO-City nach Entwürfen von Johann Staber.
1974
Inbetriebnahme der neuen Sendeanlage auf dem Kahlenberg / Fritz Muliar
wird Ensemblemitglied des Burgtheaters / Der Schriftsteller und Regisseur
Ernst Lothar (eig. Ernst Lothar Müller) stirbt in Wien / Uraufführung
von Thomas Bernhards „Jagdgesellschaft“ am Burgtheater /
Wolfgang Ambros feiert mit dem Album „Der Watzmann ruft“
einen großen Erfolg.
1974-1977
Karl Merkatz verkörpert in der Fernsehserie „Ein echter Wiener
geht nicht unter“ den urigen Wiener Mundl Sackbauer und erlangt
große Popularität.
1975
„Die Tante Jolesch oder Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten“
von Friedrich Torberg erscheint; 1978 folgt „Die Erben der Tante
Jolesch“ / Uraufführung von Thomas Bernhards Drama „Der
Präsident“ am Akademietheater.
1976
Einweihung der Dreifaltigkeitskirche in Wien-Mauer (gebaut nach Plänen
des Bildhauers Fritz Wotruba) / Der Fernsehpolizist Kottan nimmt im
ersten Teil der populären Serie „Kottan ermittelt“
die Ermittlungen auf (Regie: Peter Patzak, Drehbuch: Helmut Zenker).
1977
Der Schauspieler und Kabarettist Ernst Waldbrunn stirbt in Wien / Tod
der Kammerschauspielerin Alma Seidler in Wien.
1978
Peter Patzak dreht den Kinofilm „Kassbach“ (nach dem Roman
von Helmut Zenker, 1974) / Der Schauspieler Theo Lingen (eig. Franz
Theodor Schmitz) stirbt in Wien / Unter der Direktion Hans Gratzers
öffnet das Schauspielhaus seine Pforten / Der Schauspieler Ludwig
Hirsch debütiert mit dem Album „Dunkelgraue Lieder“
als Liedermacher / Wolfgang Ambros vertont Lieder des amerikanischen
Sängers Bob Dylan und nimmt das Album „Wie im Schlaf“
auf.