28. Juni
Die Ermordung des österreichischen Thronfolgers Erzherzog Franz
Ferdinand und seiner Gattin Sophie durch den Studenten Gavrilo Princip,
einem Mitglied der serbischen Geheimorganisation Schwarze Hand,
am symbolträchtigen Vidovdan (Vitus-Tag) führt
zur sogenannten Julikrise und in Folge die europäischen
Völker in einen Krieg von ungeahnten Ausmaßen, der katastrophale
Folgen haben wird.
6. Juli
Das Deutsche Reich garantiert Österreich-Ungarn seine feste Bündnistreue;
dies wird später als Ausstellung einer Blankovollmacht
interpretiert.
23. Juli
Österreich-Ungarn stellt Serbien ein Ultimatum; gefordert wird
die Unterbindung der antiösterreichischen Umtriebe sowie die Bestrafung
der Schuldigen; als Knackpunkt erweist sich die Forderung nach österreichisch-ungarischer
Beteiligung an diesen Vorgängen.
25. Juli
In Beantwortung des Ultimatums besteht Serbien auf seine Rechte als
souveräner Staat; Österreich-Ungarn betrachtet die serbische
Antwort als unbefriedigend und bricht die diplomatischen Beziehungen
ab; in Serbien kommt es zur Generalmobilmachung, in Österreich-Ungarn zur Teilmobilmachung.
28. Juli
Österreich-Ungarn erklärt Serbien den Krieg.
29. Juli
Teilmobilmachung in Russland.
30. Juli
In Russland wird die Generalmobilmachung angeordnet.
31. Juli
Das Deutsche Reich stellt Russland ein Ultimatum mit der Forderung
nach Beendigung der Mobilmachung; in einem weiteren Ultimatum wird von
Frankreich eine Neutralitätsgarantie für den Fall einer deutsch-russischen
Auseinandersetzung verlangt / Generalmobilmachung in Österreich-Ungarn / Erzherzog Friedrich erhält das Oberkommando über
die k.u.k. Streitkräfte.
1. August
Sowohl Frankreich als auch das Deutsche Reich beginnen mit der Mobilmachung
/ Das Deutsche Reich erklärt Russland den Krieg / Großbritannien
ordnet für seine Flotte die Mobilmachung an.
2. August
Das Deutsche Reich verlangt von Belgien das Durchmarschrecht für
seine Truppen; am darauffolgenden Tag weist Belgien diese Forderung
zurück / Italien erklärt mit der Begründung, die Bündnispartner
Österreich-Ungarn und das Deutsche Reich hätten den Krieg
ohne vorherige Konsultationen begonnen, seine Neutralität.
3. August
Kriegserklärung des Deutschen Reiches an Frankreich / Rumänien
erklärt seine Neutralität.
4. August
Deutsche Truppen marschieren unter Missachtung der Neutralität
des Landes in Belgien ein; am 7. August kapituliert die Stadt Lüttich
/ Großbritannien fordert die Respektierung der Neutralität
Belgiens und erklärt dem Deutschen Reich damit praktisch den Krieg.
5. August
Montenegro erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
6. August
Kriegserklärung Serbiens an das Deutsche Reich / Kriegserklärung
Österreich-Ungarns an Russland.
11. August
Frankreich erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
12. August
Kriegserklärung Großbritanniens an Österreich-Ungarn
/ Österreich-Ungarn startet die erste Offensive gegen Serbien,
dessen Truppen entschiedenen Widerstand leisten (bis 24. 8.); nach anfänglichen
Erfolgen müssen sich die k.u.k. Truppen allerdings wieder hinter
die Drina und die Save zurückziehen.
14. August
Französische Truppen beginnen mit einer Offensive in Lothringen;
durch eine deutsche Gegenoffensive ab 23. 8. erleiden sie zwar Rückschläge,
es gelingt ihnen jedoch, die Front zu stabilisieren.
16. August
Versenkung des k.u.k. Kreuzers Zenta durch französische
Schiffe vor Cattaro / Adolf Hitler tritt als Freiwilliger in die deutsche
Armee ein; er wird als Kurier an der Westfront eingesetzt.
18. August
Russische Truppen fallen in Ostpreußen ein und marschieren gegen
die Stadt Gumbinnen; sie widerstehen dem deutschen Gegenangriff am 20. 8.; die Deutschen ziehen sich an die Weichsel zurück.
20. August
Deutsche Truppen besetzen Brüssel.
21. August
Österreichisch-ungarische Kavallerieeinheiten erleiden bei Jaroslawice
gegen die russische Kavallerie eine Schlappe; man spricht vom letzten
Reitergefecht der Weltgeschichte.
22. August
Deutsche Truppen erobern nach heftiger alliierter Gegenwehr Charleroi.
23. August
Kriegserklärung Japans an das Deutsche Reich / Erfolgreicher Angriff
deutscher Truppen auf das britische Expeditionskorps am Kanal von Mons;
die Briten müssen sich daraufhin zurückziehen.
23. bis 25. August
Die k.u.k. 1. Armee unter General von Dankl erringt in der Schlacht
von Krasnik gegen die Russen einen Erfolg; kurz danach (Schlacht von
Komarów, 26. 81. 9.) ist auch der 4. Armee unter General
von Auffenberg ein solcher beschieden.
26. bis 30. August
In der sogenannten ersten Schlacht von Lemberg erleiden
die k.u.k. Truppen eine schwere Niederlage; Lemberg wird geräumt
/ Zur gleichen Zeit tobt in Ostpreußen die Schlacht von Tannenberg;
die deutschen Truppen unter ihrem neuen Befehlshaber Hindenburg erringen
einen großen Sieg; der russische General Samsonow begeht Selbstmord.
27. August
Japan erklärt Österreich-Ungarn den Krieg.
28. August
Ein britischer Flottenverband versenkt im Seegefecht von Helgoland mehrere
deutsche Kriegsschiffe.
4. bis 11. September
Zweite Schlacht bei Lemberg: Der Angriff der österreichisch-ungarischen
Truppen wird zurückgeschlagen; die Russen bedrohen nach schweren
Kämpfen bei Rawa-Ruska den rechten Flügel der k.u.k. Truppen,
die sich in Richtung Krakau zurückziehen müssen; in der Folge
schließen die Russen die Sanfestung Przemysl ein.
5. September
Großbritannien, Frankreich und Russland verpflichten sich
im Vertrag von London dazu, keinen Separatfrieden zu schließen.
5. bis 9. September
Schlacht an der Marne: Deutsche Truppen befinden sich auf dem Vormarsch
und bedrohen Paris, eine Evakuierung der Stadt, u. a. mit beschlagnahmten
Taxis, ist geplant; französische Gegenangriffe stoppen diesen Vormarsch;
eine allzu pessimistische Lagebeurteilung veranlasst den deutschen
Generalstabschef Helmuth von Moltke dazu, den Rückzug der deutschen
Truppen an die Aisne zu veranlassen (bis 12. 9.); die Franzosen sprechen
vom Wunder an der Marne; beide Seiten erleiden unvorstellbare
Verluste; der deutsche Schlieffen-Plan mit dem Ziel der
raschen Niederwerfung Frankreichs ist ab jetzt als gescheitert zu betrachten.
6. September
Beginn einer serbischen Offensive; bis 14. 9. werden die serbischen
Truppen allerdings wieder hinter die Save zurückgeworfen.
6. bis 15. September
Schlacht an den Masurischen Seen: Nach einer weiteren Niederlage gegen
Hindenburgs Truppen räumen die Russen Ostpreußen.
8. September
Beginn der zweiten österreichisch-ungarischen Offensive gegen Serbien;
sie scheitert im Lauf des Septembers.
13. September
Französische und britische Truppen überqueren die Aisne und
greifen starke deutsche Stellungen an; am 14. 9. kommt es zu von Artillerie
unterstützten deutschen Gegenangriffen, die die Entente-Truppen
zu ihren Ausgangspunkten zurücktreiben; nach dieser ersten Schlacht
an der Aisne wird aus dem Bewegungskrieg ein Stellungskrieg.
14. September
Helmuth von Moltke wird als deutscher Generalstabschef abgelöst;
ihm folgt Erich von Falkenhayn / Die österreichisch-ungarischen
Truppen beginnen mit der Räumung von Czernowitz.
18. September
Starke britische und japanische Einheiten landen in der Nähe der
deutschen Kolonie Tsingtau auf der Halbinsel Shantung (China); die Stadt
wird von Land und von See aus beschossen; die deutschen Truppen werden
von der Besatzung des k.u.k. Kreuzers Kaiserin Elisabeth
unterstützt.
23. September
Italien und Rumänien schließen einen geheimen Neutralitätsvertrag
ab.
28. September
Im Rahmen des Versuchs, den Alliierten den Zugang zur Kanalküste
zu versperren (Wettlauf zum Meer), beginnen deutsche Truppen
mit der Belagerung Antwerpens; deutsche und österreichische Artillerieeinheiten
(letztere mit ihren 30,5-cm-Geschützen) beschießen die Forts
rund um die Stadt, die am 9. Oktober kapitulieren muss; am 11.
10. folgt Gent, am
14. 10. Brügge und am 15. 10. Ostende.
7. bis 12. Oktober
Der k.u.k. 3. Armee unter General Svetozar Boroevic gelingt es, die
eingeschlossene Festung Przemysl zu entsetzen; der anschließenden
Offensive bleibt aber letztlich wieder der Erfolg versagt; nach der
Schlacht bei Ivangorod (22.26. 10.) erfolgt neuerlich ein Rückzug;
Przemysl wird erneut eingeschlossen.
19. Oktober
Der deutsche Generalstabschef von Falkenhayn befiehlt den Angriff
auf die bei Ypern stehenden vereinigten belgischen und britischen Truppen, die bald französische Verstärkungen erhalten;
22. November
die Schlacht endet am 22. 11., wobei die
Entente-Mächte die Ruinen von Ypern halten können.
22. Oktober
Das Osmanische Reich tritt an der Seite der Mittelmächte in den
Krieg ein.
25. Oktober
Nach mehrtägigem Ringen werden in Bosnien eingedrungene serbische
und montenegrinische Truppen gezwungen, sich zurückzuziehen.
28. Oktober
Deutsche Seestreitkräfte unter türkischem Kommando beschießen
russische Schwarzmeerstädte.
1. November
Russland erklärt dem Osmanischen Reich den Krieg / Seegefecht
bei Coronel: Eine deutsche Flotte versenkt vor der chilenischen Küste
zwei britische Kreuzer.
2. November
Kriegserklärung Serbiens an das Osmanische Reich / Der k.u.k. Kreuzer
Kaiserin Elisabeth wird nach Verbrauch der letzten Munition
von der eigenen Besatzung vor Tsingtau versenkt.
4. November
Selbstmord des Lyrikers Georg Trakl, der zum Militär einberufen
worden war, in einem Lazarett in Krakau.
5. November
Kriegserklärung Frankreichs und Großbritanniens an das Osmanische
Reich.
7. November
Britische Truppen marschieren gegen Bagdad / Kapitulation von Tsingtau
/ Kriegserklärung des Osmanischen Reiches an Belgien.
10. November
Unzureichend bewaffnete deutsche Bataillone, die aus Kriegsfreiwilligen
bestehen, werden ohne Artillerieunterstützung gegen starke alliierte
Stellungen bei der belgischen Ortschaft Langemarck gehetzt; das folgende
entsetzliche Massaker wird später in Deutschland zum Heldenepos
von Langemarck verklärt.
16. November
Nach der am Vortag erfolgten Einnahme von Valjevo beschließt Feldzeugmeister
Potiorek, den Serben den Todesstoß zu versetzen und
treibt seine erschöpften Truppen weiter in Richtung Belgrad / Zum
Schutz Schlesiens beginnen deutsche Truppen mit einer Offensive in Richtung
Lódz; nach ihrer Niederlage ziehen sich die Russen im Dezember
aus Lódz zurück.
16. bis 25. November
Schlacht von Krakau und Czenstochau: Österreichisch-ungarische
Truppen erringen einen Erfolg im Kampf gegen die russische Dampfwalze.
1. Dezember
Beginn der Schlacht bei Limanowa-Lapanów; die k.u.k. Truppen
zwingen zwei russische Armeen zum Rückzug (12. 12.) , die noch
einige Tage erfolgreich verfolgt werden; die russische Heeresleitung
wirft neue Kräfte in den Kampf, die einen Teil der österreichisch-ungarischen
Truppen (3. Armee) wieder gegen die Karpaten drängt.
2. Dezember
Österreichisch-ungarische Truppen erobern (rechtzeitig
zum 66jährigen Jubiläum der Thronbesteigung des Kaisers) Belgrad.
3. Dezember
Beginn der serbischen Gegenoffensive (Schlacht von Arangjelovac); bis
zum 15. Dezember ziehen sich die österreichisch-ungarischen Truppen
wieder auf eigenes Gebiet zurück; in der Folge wird Feldzeugmeister
Potiorek von seinem Posten abgelöst.
8. Dezember
Britische Seestreitkräfte vernichten ein deutsches Kreuzergeschwader
in der Seeschlacht bei den Falkland-Inseln.