1. Jänner
Überraschungsangriff der deutschen Luftwaffe mit etwa 800 Maschinen auf alliierte Flugplätze in Nordfrankreich; bei einem Verlust von ca. 100 eigenen Flugzeugen werden beinahe 800 gegnerische Flugzeuge zerstört. Auf dem Rückflug kommen die deutschen Flugzeuge jedoch in eigenes Flak-Feuer und verlieren weiter 200 Maschinen / Beginn einer deutschen Offensive im Elsaß; auch sie scheitert letztlich.
9. Jänner
Amerikanische Truppen landen auf Luzon, der Hauptinsel der Philippinen. Die japanischen Truppen ziehen sich ins gebirgige Landesinnere zurück.
12. Jänner
Beginn des sowjetischen Großangriffs an der Weichsel; da die deutsche Front viel zu schwach besetzt und Hitler nicht zu ihrer Verstärkung zu bewegen ist, gelingt den Russen der Durchbruch nach Westen; gleichzeitig beginnt auch der sowjetische Sturm auf Ostpreußen. Als die Russen das Frische Haff erreichen, sind große deutsche Truppenteile in diesem Gebiet abgeschnitten. Da es zu zahlreichen entsetzlichen Mord- und Greueltaten an Zivilisten und zu unzähligen Vergewaltigungen kommt, sind bald riesige Flüchtlingsströme unterwegs. Ein eigenmächtiger Versuch des Generalobersten Hoßbach, des Kommandeurs der 4. deutschen Armee, für die Elendszüge noch einen Korridor nach Westen offenzuhalten, wird von Adolf Hitler persönlich abgebrochen. Millionen versuchen darauf, die Küste zu erreichen, um unter russischem Beschuß das zugefrorene Frische Haff zu überqueren und einen der rettenden Häfen zu erreichen, von denen aus die Kriegsmarine eine gewaltige Evakuierungsaktion durchführt, die so etwa 2 Millionen Menschen aus Ost- und Westpreußen, Pommern und dem Kurland retten kann. Das schlesische Industriegebiet wird alsbald ebenfalls zum Ziel sowjetischer Angriffe, das Flüchtlingselend setzt sich fort. Ende des Monats erreichen die Russen die Oder.
19. Jänner
Lodz und Krakau werden von sowjetischen Truppen erobert.
20. Jänner
Eroberung von Tilsit durch die Sowjets.
30. Jänner
Das deutsche Schiff „Wilhelm Gustloff“ wird bei der Fahrt von Gotenhafen (= Gdingen) nach Westen vor Stolpmünde von einem russischen U-Boot torpediert; es sinkt mit bis zu 6600 Flüchtlingen und Verwundeten an Bord; 950 werden gerettet.
3. Februar
Amerikanische Truppen ziehen in Manila ein; es beginnt ein Häuserkampf, der mehrere Wochen lang dauert und durch den in der Stadt umfangreiche Verwüstungen angerichtet werden / Schwerer amerikanischer Luftangriff auf Berlin.
4. Februar
Beginn der Krimkonferenz (bis 11. 2.) zwischen Churchill, Roosevelt und Stalin in Jalta; u. a. wird in Fragen der noch zu gründenden Vereinten Nationen, der Besatzungsmodalitäten für Deutschland und der Westverschiebung der polnischen Grenzen ein Konsens erzielt.
10. Februar
Der deutsche Dampfer „General Steuben“, der unter Kriegsflagge gelaufen ist, wird auf der Fahrt von Pillau nach Westen beinahe an derselben Stelle wie am 30. 1. die „Wilhelm Gustloff“ von einem russischen U-Boot torpediert und sinkt mit schätzungsweise 3000 Flüchtlingen an Bord, etwa 300 werden gerettet.
11. Februar
Budapest kapituliert vor den sowjetischen Truppen.
13. Februar
Die Bombardierung Dresdens an diesem und am folgenden Tag zerstört die Stadt und bringt mindestens 35.000 Menschen den Tod.
16. Februar
Beginn des amerikanischen Angriffs auf die philippinische Felseninsel Corregidor; nach zehntägigem Kampf sprengen sich die verbliebenen japanischen Verteidiger selbst in die Luft.
19. Februar
Amerikanische Truppen landen auf der Insel Iwojima. Es entwickeln sich wochenlange, überaus heftige Kämpfe; die Amerikaner gehen aus diesem Ringen zwar Ende März als Sieger hervor, müssen aber empfindlich hohe Verluste hinnehmen / Bei einem Bombenangriff auf Wien und einem zweiten am 21. 2. wird auch der Schönbrunner Tiergarten getroffen; zahlreiche Tiere werden getötet, andere können entlaufen.
25. Februar
Schwerer amerikanischer Brandbombenangriff auf Tokio.
2. März
Alliierte Truppen erreichen bei Düsseldorf den Rhein.
5. März
Amerikanische Truppen erreichen Köln.
6. März
Die deutsche „6. SS-Panzerarmee“ führt in Ungarn einen Angriff gegen die sowjetische Front durch, muß aber dem am 16. 3. beginnenden Gegenstoß der Russen weichen und zieht sich rasch wieder zurück.
7. März
Bei Remagen fällt den Amerikanern eine nicht allzu schwer beschädigte Rheinbrücke in die Hände; diese errichten einen Brückenkopf am rechten Rheinufer, der trotz sofortiger deutscher Gegenmaßnahmen gehalten und ausgebaut werden kann; bis Ende des Monats werden weitere Brückenköpfe am Rheinfluß eingerichtet; seit Anfang Februar haben die Deutschen ein Drittel der Truppen der Westfront durch Gefangennahme, Tod oder Verwundung verloren.
12. März
Ein schwerer Fliegerangriff auf Wien verursacht große Schäden u. a. am Stephansdom, an der Oper und am Burgtheater.
18. März
Die symbolträchtige Stadt Kolberg, obwohl von Hitler zur „Festung“ erklärt, wird, nachdem Zivilisten, Verwundete und Flüchtlinge von der Kriegsmarine abtransportiert worden sind, von ihrem Kommandanten geräumt.
19. März
Adolf Hitler erteilt den sogenannten „Nero-Befehl“: Versorgungs-, Verkehrs-, Nachrichten- und Industrieanlagen sollen im Fall eines deutschen Rückzuges zerstört werden.
28. März
Danzig und Gotenhafen (= Gdingen) können nicht mehr verteidigt werden; die Masse der unzähligen Flüchtlinge und Verwundeten ist evakuiert / Nach einer Auseinandersetzung mit Hitler wird Generaloberst Heinz Guderian als Generalstabschef des Heeres von General Krebs ersetzt.
29. März
Bei Klostermarienberg im Burgenland überschreiten sowjetische Truppen die österreichische Grenze.
1. April
An der Westfront schließen die Alliierten die 21 Divisionen der deutschen „Heeresgruppe B“ unter Feldmarschall Model im „Ruhrkessel“ ein; am 18. 4. geben die Deutschen den Kampf auf, 325.000 Soldaten gehen in die Gefangenschaft / Beginn des amerikanischen Landungsunternehmens auf der Ryukyu-Insel Okinawa / Sowjetische Truppen erobern Wiener Neustadt / Oberfeldwebel Ferdinand Käs und Obergefreiter Johann Reif werden von Major Szokoll zu Unterhandlungen zum Hauptquartier der 9. russischen Gardearmee in Hochwolkersdorf gebeten; er trägt in den folgenden Tagen den Russen die Pläne des österreichischen Widerstandes („Operation Radetzky“) vor und trifft Vereinbarungen über die Tätigkeiten der Widerstandsbewegung bei der bevorstehenden „Schlacht um Wien“.
2. April
Wien wird zum „Verteidigungsbereich“ erklärt.
6. April
Beginn der „Schlacht um Wien“; der geplante militärische Aufstand scheitert wegen der Verhaftung führender Köpfe.
7. April
Das mächtige japanische Schlachtschiff „Yamato“ und mehrere begleitende Kriegsschiffe, die gegen die amerikanische Landungsflotte vor Okinawa ausgelaufen waren, werden von amerikanischen Trägerflugzeugen vernichtet.
8. April
Major Karl Biedermann, Hauptmann Alfred Huth und Oberleutnant Rudolf Raschke werden als Widerstandskämpfer am Floridsdorfer Spitz gehängt.
9. April
Die völlig zerstörte „Festung Königsberg“ kapituliert vor den Russen.
11. April
Amerikanische Truppen erreichen bei Magdeburg die Elbe.
12. April
Tod des amerikanischen Präsidenten Franklin D. Roosevelt; sein Nachfolger wird Harry S. Truman.
13. April
Nach heftigen Straßenkämpfen beendet die Rote Armee die „Schlacht um Wien“ siegreich.
15. April
Sowjetische Truppen erreichen St. Pölten und das steirische Fürstenfeld.
16. April
Beginn des russischen Großangriffs auf Berlin / Eine neue deutsche Armee, die aus verschiedensten Verbänden, deren Kampfkraft zumindest teilweise eher fragwürdig ist, besteht, geht unter dem Befehl ihres Generals Wenck zur Überraschung der Alliierten zum Gegenangriff über und beseitigt den amerikanischen Brückenkopf bei Magdeburg; am 23. 4. erhält Wenck den unrealistischen Auftrag, das von den Russen hart bedrängte Berlin zu befreien / Der deutsche Dampfer „Goya“ wird auf der Fahrt von Hela nach Westen von einem russischen U-Boot torpediert und sinkt; von den 7000 Flüchtlingen, die sich an Bord befinden, werden nur 170 gerettet / Alliierte Truppen erreichen Nürnberg, das von den Deutschen bis zum 20. 4. verbissen verteidigt wird.
17. April
Radkersburg in der Steiermark, Schauplatz schwerer Kämpfe, wird von den Deutschen geräumt.
20. April
Kanadische Truppen schließen die Besetzung des nördlichen Holland fast vollständig ab.
22. April
Französische Truppen ziehen in Stuttgart ein; am 28. 4. erobern sie Augsburg.
23. April
Hermann Göring ersucht Hitler telegraphisch darum, mit der Gesamtführung des Reiches betraut zu werden, Hitler tut nichts dergleichen, sondern ordnet Görings Verhaftung an.
25. April
Bei Torgau an der Elbe treffen amerikanische und sowjetische Einheiten zusammen / Der Hafen Pillau fällt in sowjetische Hand; die Verteidiger schließen sich den deutschen Soldaten und Zivilisten an, die auf der Frischen Nehrung unter heftigem russischen Beschuß bis Kriegsende ausharren / Schwere alliierte Fliegerangriffe auf Linz und auf Wels.
26. April
Schwerer alliierter Fliegerangriff auf Lienz.
27. April
Benito Mussolini und seine Geliebte Clara Petacci werden bei dem Versuch, in die Schweiz zu entkommen, erkannt und von Partisanen festgenommen; am nächsten Tag werden sie erschossen / Der frühere Bundeskanzler Dr. Karl Renner bildet in Wien eine österreichische Regierung, die zunächst nur von der Sowjetunion anerkannt wird, da die Westmächte die Entstehung eines weiteren sowjetischen Satellitenstaates befürchten.
28. April
Heinrich Himmler macht den Westmächten ein Kapitulationsangebot, das diese aber ablehnen, da sie nur eine Gesamtkapitulation, also auch eine vor der Sowjetunion, akzeptieren wollen / Die „Armee Wenck“ tritt tatsächlich zum Entsatzangriff auf Berlin an, muß sich aber bald zurückziehen und marschiert mit anderen deutschen Truppenteilen in Richtung des amerikanischen Machtbereichs / Amerikanische Truppen überschreiten in Tirol die österreichische Grenze.
29. April
Unterzeichnung der Kapitulation der deutschen Truppen in Italien / Die provisorische österreichische Regierung setzt alle nationalsozialistischen Gesetze außer Kraft und erklärt den „Anschluß“ für ungültig / Französische Truppen überschreiten die österreichische Grenze bei Hohenweiler in Vorarlberg.
30. April
Adolf Hitler begeht gemeinsam mit seiner kurz zuvor angetrauten Ehefrau Eva Braun im „Führerbunker“ in Berlin Selbstmord; zu seinem Nachfolger hat er Großadmiral Dönitz bestimmt / Die Alliierten stoppen ihre Offensive in Holland nach einer Vereinbarung mit Reichsstatthalter Arthur Seyss-Inquart, der im Gegenzug auf Sprengungen von Deichen, die weite Landesteile unter Wasser setzen würden, verzichtet / Alliierte Truppen ziehen in München ein.
1. Mai
Joseph Goebbels und seine Frau Magda begehen im „Führerbunker“ Selbstmord; zuvor vergiften sie noch ihre 6 Kinder / In Österreich wird die Bundesverfassung vom 1. 10.1920 in der Fassung von 1929 wieder in Kraft gesetzt.
2. Mai
Die Verteidiger Berlins kapitulieren vor den sowjetischen Truppen / In Innsbruck übernimmt nach einem Aufstand die Widerstandsbewegung die Macht / Amerikanische Truppen ziehen in Braunau am Inn ein / Kapitulation der deutschen Truppen in Westösterreich / Alliierte Truppen erobern die burmesische Hauptstadt Rangun.
3. Mai
Amerikanische Truppen erreichen Innsbruck / Französische Truppen besetzen Bregenz.
4. Mai
Salzburg wird von den Amerikanern besetzt / Unterzeichnung der Kapitulation der deutschen Truppen in Nordwestdeutschland, Dänemark und Holland.
5. Mai
Alliierte Truppen rücken in Pilsen ein / Amerikanische Einheiten erreichen Linz / Verhaftung des Chefs des Reichssicherheitshauptamtes, Ernst Kaltenbrunner, im Ausseerland.
6. Mai
Kapitulation der „Festung Breslau“ / Steyr wird von den Amerikanern besetzt.
7. Mai
Generaloberst Alfred Jodl unterzeichnet in Reims die bedingungslose Kapitulation Deutschlands; die Frist bis zum Inkrafttreten beträgt 48 Stunden – diese Zeit verbleibt also, um möglichst viele Truppen in den Bereich der Westmächte zu überführen und ihnen so die russische Kriegsgefangenschaft zu ersparen. Am 9. 5. muß die Unterzeichnung auf Wunsch Stalins ein zweites Mal – im sowjetischen Oberkommando – durchgeführt werden; für Deutschland unterzeichnen diesmal Generalfeldmarschall Keitel, Generaladmiral von Friedeburg und Generaloberst Stumpff.
8. Mai
Sowjetische Truppen besetzen Graz / Die provisorische österreichische Regierung erläßt ein Verbot der NSDAP und ordnet die Registrierung ihrer Mitglieder an / Sowjetische Truppen besetzen Stockerau und Hollabrunn / Bildung einer provisorischen steirischen Landesregierung in Graz / Britische Truppen erreichen Klagenfurt.
9. Mai
In Prag kommt es zu grausamen Ausschreitungen gegen die deutschsprachige Zivilbevölkerung / Um Mitternacht zum 9. Mai ist der II. Weltkrieg mit dem Inkrafttreten des Waffenstillstandes in Europa beendet.
10. Mai
Sowjetische Truppen besetzen Prag.
15. Mai
Das kroatische Heer, das sich der britischen 8. Armee ergeben hat, sowie Tausende Zivilisten, die ebenfalls vor den Partisanen auf der Flucht gewesen waren, werden von den Briten bei Bleiburg in Kärnten den Tito-Partisanen übergeben; während der darauffolgenden Todesmärsche werden Zehntausende dieser Menschen umgebracht.
23. Mai
Verhaftung der Mitglieder der Regierung Dönitz.
25. Mai
Die jugoslawischen Partisanen ziehen sich aus Kärnten zurück, die Briten besetzen nun das ganze Land.
22. Juni
Amerikanische Truppen können nach langen, schweren und verlustreichen Kämpfen die Eroberung von Okinawa endgültig abschließen; unter anderem müssen die Einheiten der Alliierten etwa 1900 Angriffe von Kamikaze-Fliegern über sich ergehen lassen.
26. Juni
Die Vertreter von 51 Staaten unterzeichnen in San Francisco die Gründungsurkunde der UNO.
17. Juli
Beginn der Potsdamer Konferenz (bis 2. 8.); Truman, Churchill (ab 29. 7. der neue britische Premierminister Clement Attlee) und Stalin; beschlossen werden u. a. eine Regelung der Reparationsfrage, die Festlegung der Oder-Neiße-Linie als zukünftige polnische Westgrenze, die Einverleibung Nordostpreußens mit Königsberg durch die Sowjetunion sowie die „Überführung“ der restlichen Deutschen aus Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn nach Deutschland.
26. Juli
In der „Potsdamer Deklaration“ wird Japan von den USA, Großbritannien und China ultimativ zur bedingungslosen Kapitulation aufgefordert. Da die japanische Regierung sich nicht zu einer offiziellen Antwort aufraffen kann, entschließt sich in der Folge der amerikanische Präsident Truman zum Einsatz der Atombombe, um den Krieg abzukürzen; alternativ dazu bestehen schon Pläne für eine Invasion Japans, doch die Amerikaner – gewarnt durch die vorangegangenen heftigen Kämpfe um Iwojima und Okinawa – fürchten die zu erwartenden hohen Verluste. Trumans Entscheidung für den Einsatz der neuen Waffe wird noch jahrzehntelang heftig umstritten bleiben.
6. August
Ein amerikanischer Langstreckenbomber, nach der Mutter des Piloten „Enola Gay“ genannt, wirft um 9.15 Uhr Ortszeit die erste Atombombe über der japanischen Großstadt Hiroshima ab;
80.000 bis 90.000 Menschen sterben, Zehntausende werden verletzt bzw. leiden noch lange an den Spätfolgen, der Großteil der Häuser der Stadt wird vernichtet.
8. August
Kriegserklärung der Sowjetunion an Japan; bereits am 9. 8. marschieren sowjetische Truppen in die Mandschurei ein / In London schließt die alliierte Kommission das Viermächte-Abkommen mit dem Statut des Internationalen Militärgerichtshofs in Nürnberg.
9. August
Eine zweite Atombombe trifft die japanische Stadt Nagasaki; 40.000 Tote und ebensoviele Verletzte sind zu beklagen.
15. August
Japans Kaiser informiert sein Volk über die Annahme der „Potsdamer Deklaration“.
21. August
Die in der Mandschurei gegen die sowjetischen Truppen kämpfenden Japaner kapitulieren.
28. August
Amerikanische Truppen betreten japanischen Boden.
2. September
An Bord des amerikanischen Schlachtschiffs „Missouri“ wird um 9.25 Uhr die Kapitulationsurkunde unterzeichnet. Für Japan tun dies Außenminister Shigemitsu und General Umezu, für die Sieger als oberster Befehlshaber General Douglas Mc Arthur und Vertreter verschiedener anderer Staaten.
Epilog
An diesem 2. September 1945 endete also eine der größten Katastrophen der Menschheitsgeschichte. Weite Teile Europas und Asiens wurden verwüstet, allein in Westeuropa wurden etwa 1,5 Millionen Gebäude zerstört und weitere 7 Millionen beschädigt. 1945 schätzte man die Kriegskosten auf 1154 Milliarden Dollar, die Kosten der Kriegsschäden auf 230 Milliarden Dollar. Geschätzte 55 Millionen Menschen fanden den Tod. Zwischen 4,2 und 5,7 Millionen Juden fielen in der grauenhaften Welt der Konzentrationslager und der „Einsatzgruppen“ dem nationalsozialistischen Massenwahn zum Opfer.
Die traditionellen Großmächte waren keine mehr, Deutschland, dessen Städte durch den Bombenkrieg quasi „gesichtslos“ geworden waren, wurde territorial dezimiert und geteilt, Frankreich und Großbritannien wurden zu „Mittelmächten“, die in den Folgejahrzenten auch noch ihre Kolonialreiche verloren. Die Rivalität zwischen den beiden „Supermächten“ USA und Sowjetunion führte zur Periode des „Kalten Krieges“, eines seltsamen, eines nicht erklärten Krieges. Die Atomblitze von Hiroshima und Nagasaki waren ein Fanal dieses neuen Zeitalters: Die Menschen lebten fortan im Schatten einer ständigen potentiellen atomaren Bedrohung, einer Bedrohung durch Vernichtung in nie gekanntem Ausmaß – und sie gewöhnten sich daran.
Der 2. Weltkrieg hat das Antlitz der Welt verändert wie kaum ein Krieg zuvor. In Europa allerdings hat er zu einem Umdenken geführt; der Prozeß der europäischen Einigung wäre ohne die Erinnerungen an diesen furchtbaren Krieg und die daraus gezogene Schlußfolgerung „niemals wieder“ wohl kaum denkbar. Dieser Prozeß ist zwar immer noch von Problemen belastet und längst nicht abgeschlossen, doch ist er wohl unumkehrbar.
Ted Konakowitsch